Microsoft Facebook statt Yahoo?

Nach dem Scheitern der milliardenschweren Übernahme von Yahoo streckt Microsoft nun offenbar seine Fühler nach der Netzwerkplattform Facebook aus. Dem Softwarekonzern gehören bereits 1,6 Prozent an dem Unternehmen, damals bewertete Microsoft Facebook mit rund 15 Milliarden Dollar.

New York - Microsoft-Banker haben Manager von Facebook kontaktiert, berichtet das "Wall Street Journal" auf seiner Internetseite unter Berufung auf Kreise. Ziel sei es gewesen, auszuloten, ob Facebook einem Verkauf an Microsoft  zustimmen würde. Derzeit gebe es aber keine Verhandlungen und es sei unklar, ob Facebook sich selbst an Microsoft veräußern würde, hieß es.

Facebook wollte den Bericht nicht kommentieren. Bei Microsoft war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Microsoft hatte bereits im Oktober 2007 für 240 Millionen Dollar 1,6 Prozent an Facebook erworben. Damit wurde das Soziale Netzwerk mit rund 15 Milliarden Dollar bewertet.

Facebook ist eine Internetplattform zur Bildung von sozialen Netzwerken. Das Unternehmen wurde 2004 von Harvard-Student Mark Zuckerberg gegründet. Die Facebook-Website hat mittlerweile mehr als 70 Millionen aktive Nutzer.

Im Vergleich zu MySpace, dem Konkurrenzangebot von Rupert Murdochs Medienkonzern News Corp. , ist Facebook allerdings noch ein kleiner Fisch. Dem Marktforscher Hitwise zufolge zieht MySpace in den USA etwa 75 Prozent des gesamten Social-Community-Traffics zu sich. Facebook steht mit 14,8 Prozent weit abgeschlagen auf Rang zwei.

Microsoft hatte am Wochenende nach dreimonatigem Ringen sein Übernahmeangebot für Yahoo  zurückgezogen, nachdem der Internetkonzern auch ein um fünf Milliarden auf 47,5 Milliarden Dollar aufgestocktes Angebot als zu niedrig abgelehnt hatte. Mit der Yahoo-Übernahme wollte Microsoft seine Internetpräsenz stärken und Marktführer Google angreifen.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters

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