Deutsche Telekom Sparprogramm wirkt

Der Deutschen Telekom haben im ersten Quartal sowohl der Wettbewerb als auch Wechselkurseffekte zugesetzt. Im Festnetzgeschäft verlor der Bonner Konzern rund 600.000 Kunden. Dennoch konnte Telekom-Chef René Obermann das Betriebsergebnis durch massive Einsparungen stabilisieren.

Bonn - Mit massiven Einsparungen hat die Deutsche Telekom  den Grundstein für den Ausbau des Auslandsgeschäfts gelegt. Vorstandschef René Obermann bekräftigte am Donnerstag nach der Vorlage der Bilanz für das erste Quartal sein Interesse an einem Einstieg bei dem griechischen Konkurrenten OTE, womit der Bonner Konzern seine Position auf dem Balkan stärken und nach Griechenland vordringen würde. "Wir stehen in intensiven Gesprächen mit der griechischen Regierung."

Einen Kommentar zu einem möglichen Einstieg bei Sprint Nextel  lehnte er ab. DER SPIEGEL hatte am Wochenende berichtet, dass die Telekom eine Übernahme des drittgrößten US-Mobilfunkanbieters prüfe.

Der Ausbau des Auslandsgeschäfts, das bereits rund die Hälfte des Umsatzes beisteuert, ist aus Sicht von Experten nötig, um der Telekom neue Wachstumsfantasie einzuhauchen. Auf dem deutschen Markt ringt das Unternehmen mit dem harten Wettbewerb und dem vom Regulierer forcierten Kundenverlust.

Dank der massiven Einsparungen stabilisierte der Bonner Konzern im Auftaktquartal seinen Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) mit 4,7 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau. Während der bisherige Wachstumstreiber T-Mobile USA wegen des starken Euros für den Gesamtkonzern an Kraft verlor, setzte sich die operative Verbesserung auf dem Heimatmarkt fort.

Im deutschen Festnetzgeschäft verbuchten die Bonner zwar einen Umsatzrückgang, das Ebitda von T-Home stieg hingegen um 0,5 Prozent. Dazu trugen Einsparungen bei, die sich im ersten Quartal auf rund 240 Millionen Euro summierten.

Die Belastungen aus dem harten Wettbewerb - der die Konzernschwester T-Mobile Deutschland weiterhin unter Druck setzt - konnte die Telekom damit zumindest im Festnetz abfedern. Dazu trug auch der Ausbau des Breitbandgeschäfts bei: So kletterte die Zahl der DSL-Kunden um 539.000; der Umfang der Anschlussverluste lag bei knapp 600.000.

Erwartungen leicht übertroffen

Erwartungen leicht übertroffen

Mit der Stabilisierung des Deutschland-Geschäfts hat Obermann den obersten Punkt seiner Prioritätenliste abgearbeitet. Insgesamt will das Unternehmen bis zum Ende der Dekade rund fünf Milliarden Euro sparen, wozu auch der Abbau von Zehntausenden Arbeitsplätzen beitragen soll. Obermann bekräftigte, dass der Konzernumbau weiter gehen wird.

Der Mitarbeiterstamm verkleinerte sich im Jahresvergleich um 9400 auf 238.000, wozu vor allem der Verkauf von Beteiligungen beitrug. Die Kosten seien um 6 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro gesenkt worden, sagte Finanzchef Karl-Gerhard Eick. Die Deutsche Telekom  sieht sich bei den Personalkosten im Nachteil gegenüber Wettbewerbern wie France Telecom  und Telefonica .

Der Konzernumsatz sank um 3,1 Prozent auf 14,98 Milliarden Euro, während der Überschuss von 459 Millionen auf 924 Millionen Euro kletterte. Die Gewinnsteigerung begründete die Telekom mit den Einsparungen sowie einem Einmalerlös aus dem Verkauf der Tochter Media & Broadcast, der einen Buchgewinn von rund 500 Millionen Euro einbrachte. Mit der Quartalsbilanz übertraf das Unternehmen die Erwartungen der Analysten zum Teil leicht.

Die Prognose für das laufende Geschäftsjahr beließ der Konzern unverändert. Telekom-Chef René Obermann stellte weiterhin ein Ebitda von 19,3 Milliarden Euro, wie im Vorjahr, in Aussicht.

Die Analysten zeigten sich mit der Quartalsbilanz zufrieden. An der Börse kletterte die Aktie in einem schwächeren Umfeld um 0,6 Prozent auf 11,59 Euro. Vorstandschef Obermann zeigte sich mit der Kursentwicklung unzufrieden. Zu der Schwäche würden auch die Spekulationen um mögliche Übernahme beitragen, sagte er.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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