Webby Awards Die Perlen unter den Portalen

Webseiten gibt es viele, aber welche sind die besten? Mit den Webby Awards werden alljährlich in über hundert Kategorien herausragende Angebote geehrt. Eine Auswahl besonders bemerkenswerter Preisträger.

New York - Seit zwölf Jahren krönt die International Academy of Arts and Sciences die besten Adressen im Internet mit einem Webby Award, dem Oscar der Netzwelt. Angesichts der vielen Einsendungen und Gewinnkategorien  ein vermessenes Unternehmen. Die Awards sollen "Exzellenz im Internet" ehren, also Webseiten, interaktive Werbung, Onlinefilme und Handywebseiten. Nur ist das Netz seit dem Webby-Start 1996 ein kleines bisschen gewachsen, die Zahl der interessanten, herausfordernden, toll gestalteten Webseiten immens gestiegen.

8000 Webseiten aus 60 Ländern bewarben sich zuletzt um die Awards. Hunderte Nominierte stritten sich um die von einer Jury und dem Publikum vergebenen Preise, die in über hundert Kategorien vergeben wurden. Die tragen Bezeichnungen wie Aktivismus, Arbeitsplatz, Essen und Getränke, Seltsames. Das ist weniger eine notwendige Kategorisierung des Netzes als vielmehr die einzige Möglichkeit, der Zahl Award-würdiger Seiten gerecht zu werden. Um halbwegs nachvollziehbar festlegen zu können, wer einen Preis verdient hat, wurden von der Jury Funktions– und Designkriterien festgelegt. Das Publikum hat es da einfacher, krönt seine Lieblinge einfach per Onlineabstimmung, nach Bauchgefühl.

Und so weichen die Jury– und Publikumspreise oft deutlich voneinander ab, wie man auch in diesem Jahr sieht: Gestern wurden einmal mehr die "Internet-Oscars" vergeben. Die Jury wählte als beste Kunstseite eine Onlinedokumentation über die "Forty Years"-Installation des Moma-Künstlers Richard Serra , die Netzwähler das kollaborative Kunstprojekt Artocracy . Die Jury mochte die bierernste Toyota-Seite , das Publikum zog das witzige "Relearn to Drive" von BMW  vor.

Während die Jury noch den Bilderdienst Flickr ob seiner Funktionalität unglaublich toll findet, ist das Publikum mit dem News-Aggregatoren Digg.com schon einen Schritt weiter. In Details findet man sich aber wieder: Beste Verwendung von Bewegtbildern – natürlich die Apple-Webseite. Das beste Business-Blog: Natürlich Ft.com Alphaville . Das beste Kulturblog: die Postkartenbeichten bei PostSecret . Das beste Politblog? Natürlich The Huffington Post .

Seltsam: Obwohl neben Digg und Flickr auch manch anderes Urwesen der Internetwelt mit einem Award ausgezeichnet wurde, fehlen soziale Netzwerke wie Plaxo, Linkedln und die Vorreiter Friendster und MySpace. Und was ist bloß mit Last.fm, das letztes Jahr noch einen Jury-Preis in der Kategorie Musik erwarb, und im Feld "Bestes Verfahren" zugunsten Flickr (schon wieder!) bei der Juryentscheidung außen vor gelassen wurde - und dieses Jahr nicht einmal mehr auftaucht?

Den meisten Preis-Webseiten ist jedoch gemein, dass sie aufwendig animiert sind – das ist oft schick, lädt aber dank Wartezeiten und Spielereien oft gerade nicht zum Verweilen ein. Aber, ach, all diese Fragen spielen doch keine Rolle. Die Webby Awards sind vor allem eine ziemlich lange Liste interessanter Webseiten – eine von vielen im Internet. Denn das Internet ist groß. Größer jedenfalls als hundert Kategorien und Hunderte Nominierte .

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.