Handys und Co. Wann Updates sinnvoll sind

Ob Handy, PC oder Navi - wer immer die neuesten Geräte hat, ist gut vernetzt und kann seine Mitmenschen beeindrucken. Der Nachteil: Meist sind die Neuheiten technisch nicht ausgereift und erfordern Updates. Doch nicht immer sind diese sinnvoll.

Stuttgart - Die meisten technischen Geräte wie Handy, Navi oder digitaler Bilderrahmen tragen heute wie ein PC einen Mikroprozessor in ihrem Inneren. Was dieser Chip zu tun hat, sagt ihm ein Programm - die sogenannte Firmware. Viele Gerätehersteller bieten regelmäßig neue Versionen der Firmware an, etwa um Funktionen zu ergänzen, Fehler zu beheben oder Sicherheitslücken zu schließen. So mancher steht solchen Updates dennoch skeptisch gegenüber, nicht zuletzt weil solche Aktualisierungen schon zu Problemen geführt haben.

Die Frage, ob Updates wirklich sein müssen, sehen Experten unterschiedlich. Einig sind sich die meisten zumindest im Hinblick auf Updates für das PC-Betriebssystem: Oliver Stauch von der Zeitschrift "Connect" zum Beispiel rät Windows-Nutzern, die von Microsoft  angebotenen Updates für den Heimrechner wahrzunehmen - schon um Sicherheitslücken zu stopfen.

Anders sieht es hingegen bei Navigationsgeräten oder Handys aus. Hier hängt die Entscheidung laut Stauch unter anderem davon ab, wann man das Produkt gekauft hat: "Wer sich ein Gerät kurz nach der Markteinführung zulegt, hat es meistens noch mit einem verbesserungswürdigen Apparat zu tun." Gerade in den ersten Monaten kämen per Updates noch viele Funktionen hinzu.

Etwas überspitzt lässt sich sagen, dass viele Hersteller ihre Geräte immer schneller und daher auch immer öfter "unfertig" auf den Markt bringen. Fertiggestellt wird das Produkt, wenn es schon längst beim Kunden ist - mithilfe von Updates. Ein Gerät, das bereits seit einem halben Jahr oder länger auf dem Markt ist, sei dagegen meist im ausgereiften Zustand erhältlich, so Stauch. In diesem Fall lohne sich ein Update nicht mehr so sehr.

Bei Handys kommt es Stauch zufolge zudem bei der Frage nach Updates darauf an, welcher Nutzertyp der Besitzer ist. Aktualisierungen bei Handys könnten beispielsweise eine bessere Kamerabildqualität bringen oder eine Reduzierung des Akkuverbrauchs. Wer aber gut mit seinem Mobiltelefon klarkommt und Sonderfunktionen kaum nutzt, könne in Ruhe dem Motto folgen "Never change a running system" - bloß nichts an einem funktionierenden System ändern.

Probleme nach dem Update

Probleme nach dem Update

Wer unsicher ist, sollte beim Händler fragen, was aktuelle Updates für sein Handy bringen. "Wer sich nicht ständig in Internetforen herumtreibt, in denen man alles und manchmal auch zu viel erfahren kann, muss sich bei Handys nicht verrückt machen lassen", sagt Stauch. Handys stürzten ohne neuestes Update nicht gleich ab.

Wie aber ist die rechtliche Situation, wenn ein elektronisches Gerät nach einem Update nicht mehr einwandfrei läuft? Dann müsse der Hersteller die Sache wieder in Ordnung bringen, erklärt der Rechtsanwalt Thomas Lapp. Das gelte jedoch nur, wenn die Firmware auch vom Hersteller bereitgestellt und vom Kunden korrekt angewendet wurde, so das Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Informationstechnologie im Deutschen Anwaltverein.

Versandkosten trägt der Hersteller

Für Versandkosten muss der Hersteller aufkommen, wenn er das fehlerhafte Update bereitgestellt hat. Gibt es die Möglichkeit, das streikende Gerät in den Auslieferungszustand zurückzuversetzen, müsse der Kunde dies machen. Stammt die Software von einem Händler, müsse sich der Kunde an diesen und nicht an den Hersteller wenden.

Vergleichsweise oft werden Updates zum Beispiel für Internetbrowser angeboten. Die Empfehlung des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) lautet, Browser regelmäßig zu aktualisieren. Im Falle des Internet Explorers sorgt Hersteller Microsoft  für regelmäßige Aktualisierungen. Kommt es durch das Update zu ernsthaften Problemen, könnte es laut BSI-Sprecher Matthias Gärtner allerdings schwer bis unmöglich sein, den Schaden nachzuweisen und gegebenenfalls Schadenersatz zu erhalten.

Bei Open-Source-Projekten wie Firefox sorge die Internetcommunity für die Kontrolle. "Zwar hat man da kein rechtlich eindeutiges Gegenüber, hier kann man aber darauf vertrauen, dass das Herstellerteam und die Verwurzelung in der Community für ausreichend Sicherheit sorgen", sagt Gärtner. Schadensersatz dürfte es auch hier im Ernstfall kaum geben. Aber das dürfte nicht nur für Browser gelten, sondern auch für jegliche andere Software.

Gregor Tholl, dpa

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