Freenet United Internet stört Debitel-Deal

Offiziell hatte United Internet den Kampf um Freenet bereits aufgegeben. Doch das Thema Freenet ist für United-Internet-Chef Ralph Dommermuth noch nicht vorbei. Laut einem Medienbericht will er per Gericht verhindern, dass Freenet die Giftpille Debitel schluckt.

Frankfurt am Main - Der Internet-Anbieter United Internet (UI)  will die Übernahme des Mobilfunkanbieters Debitel durch den Konkurrenten Freenet  auf juristischem Weg blockieren. "Wir haben einen Antrag auf einstweilige Verfügung gestellt, die die Ausgabe neuer Aktien zur Finanzierung des Debitel-Kaufs unterbinden soll", sagte UI-Chef Ralph Dommermuth laut einem Vorabbericht des "Handelsblatts" (Mittwochausgabe).

United Internet wollte Freenet zusammen mit Drillisch  übernehmen und dann zerschlagen, begrub seine Pläne aber nach dem Debitel-Kauf durch Freenet. Dommermuth hatte sich über Wochen einen öffentlich ausgetragenen Schlagabtausch mit Freenet-Chef Eckhard Spoerr geliefert.

"Herr Spoerr hat uns hinters Licht geführt. Das ist uns so passiert, da stehe ich zu. Damit ist das Thema für mich durch", sagte Dommermuth. Der UI-Chef betonte jedoch, dass er als Freenet-Aktionär ein Interesse daran habe, dass sich die Aktie gut entwickle und nicht an Wert verliere. "Wir wollen im Interesse aller Freenet Aktionäre den Debitel-Deal verhindern", sagte Dommermuth. Die Transaktion nütze allein dem bisherigen Debitel-Eigentümer, dem Finanzinvestor Permira. "Sie laden ihre 'lahme Ente' bei den Freenet-Aktionären ab", sagte Dommermuth.

Mit der Ende April vereinbarten Debitel-Übernahme steigt Permira mit 25 Prozent zum neuen Freenet-Großaktionär auf. Der Freenet-Anteil der von UI und Drillisch gehaltenen Holding MSP verwässert sich damit auf 18,9 Prozent von 25,2 Prozent.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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