Konzernumbau Siemens verkauft Gigaset-Sparte

Die Siemens-Tochter SHC, die Schnurlostelefone der Marke Gigaset herstellt, soll nach Informationen von manager magazin schon bald veräußert werden. Das Geschäft aus der ehemaligen Com-Sparte ist schon seit Jahren rückläufig. Auch andere Geschäftsfelder stehen auf der Abschussliste der Konzernführung.

Hamburg - Der Verkauf der Unternehmenstochter Siemens Home and Office Communication Devices (SHC) könnte schon Ende Mai anstehen. Dies berichtet das manager magazin in seiner neuen Ausgabe, die ab Freitag (25. April) im Handel erhältlich ist.

Mindestens drei potenzielle Käufer prüften derzeit eine Übernahme des Herstellers von Schnurlostelefonen der Marke Gigaset, darunter das Starnberger Private-Equity-Haus Arques und der US-Investor Sun Capital.

SHC, ein Spin-off der ehemaligen Com-Sparte von Siemens , leidet schon seit Jahren unter rückläufigem Geschäft. Zuletzt sank der Umsatz trotz weltmarktführender Position auf 700 Millionen Euro - ehemals lag er bei weit über einer Milliarde Euro.

Nach Informationen von manager magazin stehen weitere Verkäufe bei dem skandalgeschüttelten Konzern an. Der Posten "Sonstige Operative Aktivitäten" im Umfang von 2,9 Milliarden Euro, zu dem auch SHC zählt, soll vollständig aufgelöst werden. Aktivitäten mit einem Umsatz von 386 Millionen Euro und einem Gewinn von 17 Millionen Euro würden in die drei Sektoren Energie, Industrie oder Gesundheit eingegliedert. Der Rest soll in Joint Ventures überführt oder verkauft werden.

Auch im größten Sektor Industrie steht nach manager-magazin-Informationen eine Bereinigung des Portfolios an. Zum Verkauf ausgegliedert sei bereits das rund 2000 Mitarbeiter starke Geschäftsfeld Bestückungsmaschinen, das Geräte für die Elektronikindustrie fertigt.