SAP-Patentstreit Oracle legt nach

Im Rechtsstreit zwischen den Softwarekonzernen Oracle und SAP um Patentrechtsverletzungen in den Vereinigten Staaten rückt ein Urteil immer weiter in die Ferne. Die Amerikaner warten jetzt mit neuen Vorwürfen auf, was den Prozess erheblich in die Länge ziehen könnte.

San Francisco - Der Rechtsstreit zwischen Oracle  und SAP  geht in eine neue Runde. Der US-amerikanische Datenbanken- und Softwarekonzern wirft den Walldorfern in einer aktualisierten Klageschrift weitere Patentrechtsverletzungen vor, wie aus Gerichtsunterlagen hervorgeht. Im frühen Handel sackte die SAP-Kurs um 0,9 Prozent ab.

SAP hatte bereits die Vorwürfe der ursprünglichen Klageschrift teilweise eingeräumt, dass die amerikanische Tochtergesellschaft Tomorrow Now mehrfach verbotenerweise für Kunden bestimmte Oracle-Supportdaten heruntergeladen zu haben.

Oracle wirft SAP nun vor, diese Downloads seien nur ein Teil eines "illegalen Geschäftsmodells" bei Tomorrow Now. So seien zudem Kopien von Oracle-Applikationen verwendet worden.

Zudem unterstellt Oracle der SAP, von diesen Praktiken gewusst und ihnen kein Ende bereitete zu haben. Die neuen Vorwürfe könnten die Beweisaufnahme im Patentrechtverfahren erheblich in die Länge ziehen.

Laut Oracle müssten Daten bei hunderten von dritten Parteien eingesehen werden, tausende von Computer und zehntausende von Downloads gesichtet werden.

Am 24. April treffen sich die beiden Kontrahenten mit der Richterin Phyllis Hamilton zu einem Gespräch über den Fortgang des Verfahrens.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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