Multimedia-Festplatten Großes Kino

Sie sind Speicher und Abspielgerät in einem und bieten Platz für ganze Filmesammlungen, massenhaft Musik und Tausende Fotos. Multimedia-Festplatten machen - an Fernseher oder Stereoanlage angeschlossen - CD- und DVD-Player überflüssig. Und sogar der guten alten VHS-Sammlung hauchen sie neues Leben ein.

Berlin - Noch stehen sie verschämt in den Technikdiscounter-Regalen zwischen externen Festplatten, doch ihnen könnte die Zukunft gehören. Multimedia-Festplatten sind mehr als reine Speicher: Sie können alle möglichen Formen von Mediendateien abspielen und lassen sich bequem vom Sofa aus mit der Fernbedienung steuern. Die Geräte speichern Filme, Musik und Fotos, das lästige Brennen von CDs und DVDs entfällt.

Multimedia-Festplatten haben ein eigenes, recht einfach gestricktes Betriebssystem. Um sie mit Dateien zu befüllen, werden die Geräte per USB an den Rechner angeschlossen. Die gewünschten Dateien werden ausgewählt und kopiert. Der Anschluss der Festplatte an den Fernseher erfolgt per Scart-Kabel oder HDMI - und dem gemütlichen Film-Abend steht nichts mehr im Wege.

Fast nichts jedenfalls, denn nicht jede Festplatte unterstützt jedes Videoformat, wie Sven Hansen von der Computerzeitschrift "c't" sagt. Wenn es um hochauflösende Formate wie HD geht, versagen insbesondere die günstigeren Geräte. Das gilt auch, wenn es spezieller wird, etwa wenn Untertitel angezeigt werden sollen.

Generell sollte man sich deshalb vor dem Kauf überlegen, wozu man das Gerät später vorwiegend nutzen wird, und dann darauf achten, dass es die hierfür nötigen Formate auch wirklich lesen kann, rät Hansen.

Unterstützt werden auch Audio-Formate, doch in diesem Bereich dürfen Verbraucher nicht zuviel erwarten. Die Wiedergabe-Qualität über eine Stereoanlage ist zwar akzeptabel, durch die Größe der Festplatte verliert man bei größeren Musiksammlungen jedoch schnell den Überblick. Eine Suchfunktion gibt es - wenn überhaupt - nur rudimentär, die auf dem Gerät befindlichen Dateien werden schlicht in Listenform angezeigt.

Bei der Qualität der Wiedergabe von Filmen nehmen sich günstige und teure Geräte dagegen nicht viel: Sie ist meist eher durch die Qualität der komprimierten Video-Dateien begrenzt. Einige Festplatten bieten sogar eine Aufnahmefunktion, die auch eingesetzt werden kann, um etwa die VHS-Sammlung zu digitalisieren.

Fertig oder selbst befüllt

Fertig oder selbst befüllt

Bei den Anschlüssen gibt es ebenfalls Unterschiede: Zwar passt jedes Gerät problemlos an Fernseher, Computer und Stereoanlage, aber nur wenige teure Geräte haben eine Netzwerkschnittstelle.

Dadurch lassen sich Filme bequem vom PC auf den Fernseher streamen, ohne die Multimedia-Festplatte zuvor zu befüllen. Hier überschneiden sich allerdings die Angebote: Auch sogenannte Streaming Clients geben über Ethernet oder das Stromnetz vom PC empfangene Daten an den Fernseher aus.

Multimedia-Festplatten gibt es natürlich schon fertig zusammengeschraubt in den Technik-Discountern. Sie sind aber auch als Leergehäuse erhältlich und können vom Kunden mit einer normalen Festplatte befüllt werden, die momentan ein Speichervolumen von bis zu einem Terabyte (1000 GByte) bieten.

Um Probleme mit der Gewährleistung zu vermeiden, sollte man das Gerät allerdings von einem Händler zusammenbauen lassen, empfiehlt Hansen. Wer selber zum Schraubenzieher greift, muss darauf achten, dass die eingebaute Festplatte nicht zu heiß wird. Da manche Geräte keine Lüfter haben, droht eine Überhitzung, die Bildausfälle auslösen kann und die Lebensdauer der Festplatte empfindlich verkürzt.

Multimedia-Festplatten sind den klassischen DVD-Rekordern mit Festplatte in einem überlegen: Die Daten sind kompatibel mit dem PC, und das Brennen von DVDs fällt weg. Generell geht der Trend ohnehin weg von der Silberscheibe, wie Hansen sagt. Die Blu-ray Disc wird vermutlich der letzte optische Datenträger sein, DVD und CD werden über kurz oder lang vom Markt verschwinden. Stattdessen werden Filme - wie auch schon Musik - ganz einfach auf Festplatten gespeichert. So hat man seine Sammlung an Lieblingsfilmen auf einem Gerät, das man noch dazu überall hin mitnehmen kann.

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