Google Klickrate bricht ein

Das rasante Wachstum ist vorbei: Während Google in den Vorquartalen im Geschäft mit Werbeanzeigen noch hohe zweistellige Zuwachsraten verzeichnete, stiegen die Erlöse im ersten Quartal 2008 nur um magere 1,8 Prozent. Der Internetkonzern hat dafür eine scheinbar einfache Erklärung.

New York - Die Zahl der Klicks auf die Anzeigen bei Google  sei im Vergleich zum Vorjahresmonat nur um 2,7 Prozent gestiegen, berichtet das "Wall Street Journal" unter Berufung auf das Marktforschungsunternehmen Comscore. Damit habe das Geschäft, das einen Großteil der Google-Erlöse ausmacht, im gesamten ersten Quartal nur um 1,8 Prozent zugelegt. Im Schlussquartal 2007 lag das Wachstum noch bei 25 Prozent gegenüber 48 Prozent im dritten Vierteljahr.

Schon im Januar und Februar hatten schlechte Klick-Ergebnisse die Branche aufgeschreckt und die Google-Aktie auf Talfahrt geschickt. Einige Experten interpretieren dies als Begleiterscheinungen der schwachen US-Konjunktur. Google selbst führte den Rückgang dagegen unter anderem auf Maßnahmen gegen ungewollte Zufallsklicks zurück.

Die Zahlen zu den Anzeigen-Klicks legt Comscore nur seinen Kunden offen. Sie gelangen dann erst über Analysten- oder Medienberichte an die Öffentlichkeit. Schon nach der Aufregung um die Januar-Zahlen hatte Comscore betont, die Klickrate allein erlaube keinen Rückschluss auf den Geschäftsverlauf, weil bei der Analyse die Google-Anzeigenpreise nicht berücksichtigt würden.

Google gewinnt Marktanteile

Ähnlich hatten auch Google-Manager argumentiert: Die Beschränkung der Zufallsklicks solle es erlauben, die Preise zu erhöhen. Google bekommt Geld von den Werbetreibenden, wenn Internetnutzer auf deren Anzeigen klicken.

Am Donnerstagabend nach US-Börsenschluss legt Google seine Zahlen zum ersten Quartal vor. Analysten gehen davon aus, dass der Konzern trotz allem einen Umsatz- und Gewinnanstieg verbuchen wird. Die Experten rechnen im Schnitt mit einem Umsatzanstieg von 2,54 auf 3,61 Milliarden Dollar. Beim Gewinn liegt die Prognose im Durchschnitt bei 4,52 Dollar je Aktie nach 3,68 Dollar vor einem Jahr.

Laut UBS-Analyst Ben Schachter gewinnt Google in den Vereinigten Staaten weiter Marktanteile hinzu. Im März habe er Comscore zufolge bei 59,8 Prozent gelegen. Konkurrent Yahoo , dessen Kräfte im Abwehrkampf gegen Microsoft  gebunden sind, kommt nur auf 21,3 Prozent. MSN folgt mit 9,4 Prozent, AOL kann 4,8 Prozent auf sich vereinen.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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