Freenet-Übernahme United Internet erhöht den Einsatz

United Internet erhöht seine Übernahmeofferte für Freenet. Statt 12,80 Euro ist der Internetdienstleister nun bereit, 14 Euro pro Aktie zu zahlen. Gleichzeitig stellt das Unternehmen aber auch eine Forderung.

Montabauer - Wie ein Sprecher von United Internet  am Montag erklärte, erhöhte United-Internet-Chef Ralf Dommermuth das Gebot schriftlich gegenüber Freenet-Vorstand und -Aufsichtsrat. darüber hinaus habe er in seinem Brief auch eine "zeitnahe" Klarstellung über den von Freenet  beabsichtigten Kauf des Mobilfunkproviders Debitel gefordert, bestätigte der Sprecher einen entsprechenden vorabbericht der "Welt" weiter. Freenet kündigte an, den Inhalt des Briefes zu prüfen und eine Antwort vorzubereiten.

Die Freenet-Aktie reagierte mit einem Kurssprung auf die Nachricht. Sie lag am Nachmittag mit 8,51 Prozent auf 12,50 Euro im Plus. Die United-Internet-Papiere notierten dagegen mit 2,70 Prozent bei 14,08 Euro im Minus.

United Internet wolle Freenet nur übernehmen, wenn die Debitel-Übernahme unterbleibe, schreibt die Zeitung. Dommermuth will gemeinsam mit dem Mobilfunkprovider Drillisch den Konkurrenten Freenet übernehmen und anschließend aufspalten.

Das Internet- und DSL-Geschäft soll an United Internet fallen, Drillisch würde in diesem Fall die Mobilfunksparte übernehmen. United Internet und Drillisch halten über eine gemeinsame Holding bereits gut 25 Prozent an Freenet.

Freenet-Chef Eckhard Spoerr will hingegen den Mobilfunkprovider Debitel übernehmen und verhandelt dazu mit dem Debitel-Großeigner und Finanzinvestor Permira. Berichten zufolge sollten die Verträge ursprünglich bereits an diesem Dienstag unterschrieben werden, der Vertragsabschluss sei aber auf Freitag verschoben worden. Dadurch würde der nach der Deutschen-Telekom-Tochter T-Mobile und Vodafone  drittgrößte Handy-Anbieter mit rund 20 Millionen Kunden in Deutschland entstehen.

In dem Brief spricht sich Dommermuth der "Welt" zufolge deutlich gegen die Übernahme aus. "Bitte lassen Sie sich nicht ohne Not zum Erfüllungsgehilfen von Permira und den Debitel finanzierenden Banken machen." Der Debitel-Verkauf durch Permira sei "aus der Not geboren", schreibe der United-Internet-Chef.

Vor allem kritisiere er die Übernahme der enormen Schuldenlast bei Debitel. "Wenn Sie zulassen, dass zukünftig neben dem Debitel-Geschäft auch die Freenet-Assets für die Debitel-Kredite haften, dann setzen Sie alles auf eine Karte", wird Dommermuth zitiert. Auf diese Weise könnten die Freenet-Aktionäre "quasi-enteignet" werden.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx