IT-Branche Fachkräftemangel bremst Wachstum aus

Jedes vierte Unternehmen in der IT-Branche muss Aufträge ablehnen, weil Mitarbeiter fehlen. Der Fachkräftemangel macht einer Branchenumfrage zufolge vor allem Mittelständlern zu schaffen. Die Wachstumsrate des IT-Marktes wird in diesem Jahr voraussichtlich unter 2 Prozent fallen.

Berlin - Die deutsche IT-Branche rechnet mit einem etwas schwächeren Wachstum in diesem Jahr. Beim Umsatz sei ein Plus von 1,6 Prozent auf 145 Milliarden Euro zu erwarten, teilte der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) am Montag in Berlin mit.

Im vergangenen Jahr war der Markt noch um zwei Prozent gewachsen. Die Geschäftserwartungen seien dennoch weiterhin optimistisch. Fast drei Viertel der Firmen gehen für 2008 laut einer Befragung von steigenden Umsätzen aus, 57 Prozent wollen zusätzliches Personal einstellen. Bei der Beschäftigtenzahl zeichnet sich demnach eine Zunahme um 4000 auf rund 820.000 ab, wie der Verband erwartet.

Die Investitionen in neue Systeme stiegen weiter an, sagte Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer. Besonders hohe Nachfrage gebe es bei Softwarehäusern und Dienstleistern für Informationstechnologie (IT), die sogar zu 79 Prozent Umsatzsteigerungen erwarten. Bei den IT-Geräteherstellern seien fast zwei Drittel zuversichtlich.

Dazu trage trotz eines weiter harten Preiskampfes bei, dass inzwischen höhere Stückzahlen verkauft würden. In der Kommunikationstechnik überwiegen die Optimisten demnach ebenfalls. Zu schaffen macht der Gesamtbranche nach wie vor ein Fachkräftemangel. Fast zwei Drittel der Unternehmen sehen sich den Angaben zufolge dadurch in ihren Aktivitäten gebremst.

65 Prozent der Unternehmen sagten in der Umfrage, dass der Expertenmangel ihre Geschäftstätigkeit bremst. Dies sei ein neuer Negativrekord seit Beginn der Umfrage 2001, erklärte Scheer. Betroffen seien in erster Linie mittelständische Software-Häuser und IT-Dienstleister, die vor allem Hochschulabsolventen suchten. Jedes vierte Unternehmen müsse Aufträge ablehnen, weil Mitarbeiter fehlten. Zwar sei im vergangenen Jahr die Zahl der Studienanfänger im Fach Informatik um vier Prozent auf rund 30.000 gestiegen. Dies sei aber "nur ein Tropfen auf den heißen Stein", beklagte Scheer.

manager-magazin.de mit Material von dpa, ap und reuters

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