Gebrauchtwagen Per Klick zum Kfz

Auf der Suche nach einem gebrauchten Auto zieht es mehr und mehr Interessenten ins Internet. Die Auswahl ist riesig, Bilder verschaffen einen ersten Eindruck und mit einem Mausklick ist eine Vielzahl von Informationen abrufbar. Doch beim digitalen Gebrauchtwarenhandel lauern auch viele Gefahren.

Berlin - Der Markt ist riesig. Für gut 6,5 Millionen Autofahrer jährlich ist der neue Wagen ein Gebrauchter. Deren Handel wird mehr und mehr über das Internet abgewickelt.

Schätzungsweise jeder zweite Gebrauchtwagen verwandelt sich per Mausklick in Eigentum oder Einkommensquelle. Die Vorteile liegen auf der Hand: Das Angebot ist größer, die Anzeigen sind bebildert, übersichtlicher gestaltet und bieten meist mehr Inhalte als eine Kleinanzeige in der regionalen Presse. Mit etwas Glück bekommt man das Traumauto im Internet auch zu einem viel günstigeren Preis als beim Händler.

Aber das Geschäft im Internet ist nicht ohne Tücken. "Gebrauchtwagenkäufer, die sich in den Weiten des Webs nach einem Schnäppchen umsehen, sollten vorsichtig sein. Im Dschungel der Angebote lauern manche Fallstricke", warnt Helmut Blümer vom Zentralverband des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes (ZDK).

Sachverständigenorganisation hilft

Nicht nur ein vermeintliches Schnäppchen kann sich als teuer bezahltes Lehrgeld entpuppen. Angesichts der Angebotsfülle droht auch ein Verlust der Übersicht. "Wer den Überblick nicht verlieren will, sollte mit System vorgehen", rät Katrin Rüter de Escobar vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Berlin. Eine exakte Vorgabe von Typ, Ausstattung und Preis erleichtert die Auswahl erheblich. Außerdem sollte man an die Fahrtkosten denken und sich deshalb auf Autos konzentrieren, die in der näheren Umgebung angeboten werden.

Nach der Auswahl ist der Check vor Ort unerlässlich, erklärt Rüter. Vor allem beim Kauf von einem Privatanbieter sollte das Auto kritisch unter die Lupe genommen werden, denn Kilometerleistung, Unfallfreiheit und technischer Zustand müssen stimmen. Ob man dies ohne fachkundige Hilfe, etwa über eine Bewertung bei einer Sachverständigenorganisation bewerkstelligen will und kann, hängt vom Individualfall ab.

"Außerdem - gerade bei Sonderangeboten - sollte man die Daten in den Fahrzeugpapieren mit denen im Auto vergleichen", mahnt die Versicherungsfachfrau. Bei der Übergabe müssen Fahrzeugbrief und Fahrzeugschein oder Abmeldebescheinigung vorhanden sein. Wer ein Auto kauft, das älter ist als drei Jahre, braucht die AU-Bescheinigung für die Ummeldung. Beim Autokauf im Internet ist eine Zug-um-Zug-Abwicklung üblich. Die Bezahlung erfolgt nicht vorab, sondern nur gegen Fahrzeug und Papiere.

Vor der Überführung abmelden

Vor der Überführung abmelden

Auch die Autoversicherung ist für viele ein wichtiges Kaufkriterium. Wie günstig das Fahrzeug in der Haftpflicht und der Kasko-Versicherung eingestuft ist, erfährt man unter www.typklassen.de.

Worauf müssen Käufer und Verkäufer schließlich achten, wenn man handelseinig geworden ist? Am besten ist es, wenn das Fahrzeug vor Ort abgemeldet wird und die Überführung mit einem Kurzzeitkennzeichen erfolgt, das es gegen Vorlage eines Versicherungsnachweises bei jeder Zulassungsstelle gibt. So fährt der Käufer mit der Gewissheit, richtig versichert zu sein. Der Verkäufer hingegen vermeidet das Risiko, dass der Wagen nicht rechtzeitig umgemeldet wird oder vor der Ummeldung ein Unfall geschieht, der seinen Schadensfreiheitsrabatt gefährdet.

Wird das Fahrzeug mit den vorhandenen Kennzeichen überführt, sollten im Vertrag Uhrzeit und Datum der Fahrzeugübergabe festgehalten und eine Frist zur Ummeldung festgesetzt werden. "Die Information von Zulassungsstelle und Versicherer über den Verkauf sollte der bisherige Besitzer alsbald vornehmen", rät Expertin Rüter.

Grundsätzlich kann der Käufer den Versicherungsvertrag des Vorbesitzers auch weiterlaufen lassen. Will er sich jedoch, was meist geschieht, bei seiner Gesellschaft versichern, reicht es aus, deren Versicherungsbestätigung bei der Zulassung vorzulegen. Der Vertrag des Vorbesitzers ist damit automatisch gekündigt.

Norbert Michulsky, ddp

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