United Internet Freenet nur ohne Debitel

United Internet rechnet für das laufende Geschäftsjahr mit einem deutlichen Gewinnzuwachs. An das Rekordjahr 2007 wird der Internetdienstleister aber nicht anknüpfen können. Vorstandschef Ralph Dommermuth schloss zudem die Übernahme eines von Freenet angestrebten Gemeinschaftsunternehmens mit Debitel aus.

Montabaur - Beim Umsatz wie auch beim Überschuss und dem operativer Gewinn (Ebitda) werde in diesem Jahr mit einem Wachstum von rund 20 Prozent gerechnet, teilte United Internet  am Freitag mit. In der Prognose seien Zinsbelastungen in Höhe von 21 Millionen Euro berücksichtigt. Zudem werde ein Verlust von etwa fünf Millionen Euro aus den Beteiligungen an Drillisch , Versatel  und Freenet  zu Buche schlagen.

Der zweitgrößte DSL-Anbieter nach der Deutschen Telekom  äußerte sich zufrieden über den Jahresstart. Die Zahl der DSL-Kunden sei um 110.000 gestiegen, hieß es. Insgesamt hätte United Internet (1&1, GMX, Web.de) im ersten Quartal rund 240.000 Kundenverträge geschlossen.

Im vergangenen Jahr war das im im TecDax  notierte Unternehmen im Wettbewerb um DSL-Kunden zurückgefallen, statt der zuvor angepeilten 500.000 gewann United Internet nur 400.000 DSL-Neukunden.

Mitte März hatte die Gesellschaft vorläufige Zahlen für 2007 vorgelegt. Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) erhöhte sich demnach um 40 Prozent auf 309 Millionen Euro und der Umsatz um ein Viertel auf 1,49 Milliarden Euro. Der Überschuss kletterte von 113 Millionen auf 220 Millionen Euro. Wichtiger Ergebnistreiber war das Webhosting-Geschäft, also die Verwaltung von Internetseiten.

Für eine Übernahme von Freenet sieht United Internet gute Chancen. Am Vortag habe er in einem "angenehmen Gespräch" mit Freenet-Chef Eckhard Spoerr seine Vorstellungen präsentiert, sagte Vorstandschef Ralpf Dommermuth. Dabei habe er auch in den Raum gestellt, über eine Übernahme zu verhandeln.

United Internet kontrolliert zusammen mit Drillisch 24,5 Prozent von Freenet und hatte am Donnerstagabend mitgeteilt, dass die Gespräche über eine strategische Kooperation wieder aufgenommen worden seien. Der Internetdienstleister ist an der Festnetzsparte des Konkurrenten interessiert, während Drillisch das Mobilfunkgeschäft übernehmen will.

Freenet verhandelt parallel über einen Kauf des Mobilfunkserviceproviders Debitel. Die Übernahme einer gebündelten Firma Freenet/Debitel schloss Dommermuth allerdings aus. "Dies ist kein Geschäft, wo wir noch Debitel mitintegrieren können", sagte der Vorstandschef. Das sei auch eine Finanzierungsfrage.

Dommermuth ließ offen, wie es mit der Beteiligung an Versatel weitergeht. Er unterstütze den Vorstand von Versatel bei seinem Sparprogramm. Einen Sitz im Aufsichtsrat strebe United Internet aber nicht an. Die Anteile von Apax an Versatel stünden derzeit nicht zum Kauf.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und reuters

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