Microsoft Windows XP lebt weiter

Microsoft hat die Lebensdauer für Windows XP noch einmal verlängert. Das Betriebssystem soll mindestens noch bis 2010 in neue Computer eingebaut werden - allerdings nur für auserwählte Kunden.

Miami/Hamburg - Hersteller von Billig-PCs (Ultra Low-Cost PCs) könnten Windows XP Home noch bis zum Juni 2010 oder bis zu einem Jahr nach der Vorstellung der kommenden Windows-Version 7 auf ihren Rechnern installieren, teilte Microsoft  mit. Ursprünglich hatte Microsoft die Auslieferung von Windows XP bereits zum Januar 2008 stoppen wollen.

Beobachter gegen davon aus, dass Microsoft diesen Schritt unternimmt, um ein weiteres Vordringen des freien Betriebssystem Linux bei den Billigrechnern zu unterbinden. So hatte der taiwanesische Laptophersteller Asus in jüngster Zeit einen großen Markterfolg mit seinem Billig-Laptop EeePC, der für 300 Dollar mit einem Linux-System ausgeliefert wurde.

Hersteller der Ultra Low-Cost PCs hätten künftig die Auswahl, ob sie Windows XP oder Vista auf ihren Geräten vorinstallieren, sagte Michael Dix, der bei Microsoft für den Bereich Windows-Client verantwortlich ist, dem US-Branchendienst "Cnet". Für die bislang auf dem Markt befindlichen Ultra Low-Cost PCs ist Windows Vista wegen seiner hohen Hardwareanforderungen in der Regel nicht geeignet.

Microsoft wird für bestehende Kunden Windows XP bis zum April 2009 warten. Im Rahmen eines erweiterten Wartungsvertrags verlängert der Softwarekonzern die Unterstützung für Windows XP bis zum April 2014.

Werbeoffensive soll Vista-Verkauf ankurbeln

Unterdessen berichtet die "Financial Times Deutschland" (FTD, Freitagausgabe), dass Microsoft eine Werbeoffensive im Umfang von mindestens 300 Millionen Dollar für Windows Vista plane. Damit wolle der Konzern den Verkauf des Betriebssystems ankurbeln.

Noch nie zuvor habe Microsoft mitten im Verkaufszyklus eines aktuellen Betriebssystems eine derartige Kampagne gestartet, heißt es in dem Bericht. Die Initiative lasse darauf schließen, dass sich Vista nicht so gut verkauft wie von Microsoft erhofft. Die Offensive solle auch Microsofts bislang schlecht laufenden Onlinedienst Live.com und das Handybetriebssystem Windows Mobile populärer machen.

Der Softwarekonzern reagiert laut "FTD" mit seinem Vorstoß auch auf den stetig wachsenden Erfolg des Konkurrenten Apple . Zwar sei dessen Marktanteil im Vergleich zu Microsofts sehr klein. Neidisch beobachteten die Manager in Redmond aber die starke Anziehungskraft die Marke Apple. Im immer wichtigeren Internetgeschäft bemühe sich Microsoft massiv, gegen Rivalen wie Google  zu bestehen.

Der weltgrößte Softwarekonzern setzt dem Bericht zufolge bei seiner Initiative auf die Zusammenarbeit mit Computerherstellern. Mit ihnen führe Microsoft derzeit intensiv Gespräche. Das Unternehmen wolle erreichen, dass die Hersteller zum Start der Kampagne im Herbst dieses Jahres neue PCs auf den Markt bringen. "Es geht um coolere Designs und neue Formfaktoren", sagte ein mit den Gesprächen vertrauter Manager.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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