Motorola Aufspaltung beschlossen

Der massive Druck von Großinvestor Carl Icahn hat Erfolg: Der kriselnde US-Telekomausrüster Motorola hat die seit Langem geforderte Trennung von seiner Handysparte beschlossen.

Schaumburg - Die Handysparte und der Geschäftskundenbereich sollen zwei unabhängige Gesellschaften werden und beide an der Böse notiert sein, teilte der US-Telekomausrüster Motorola  am Mittwoch mit. Vorbörslich sprang der Kurs um 9,4 Prozent auf 10,68 Dollar.

Das schwächelnde Handygeschäft hatte Motorola im vergangenen Jahr in die roten Zahlen gezogen. Die Sparte, die zuletzt etwa die Hälfte des Konzernumsatzes erwirtschaftete, machte im 2007 einen Betriebsverlust von 1,2 Milliarden Dollar nach einem Gewinn von 2,7 Milliarden Dollar 2006.

Vor allem der Multimilliardär Icahn strebt seit längerem eine Aufspaltung des Unternehmens an. Der Investor, der für seine aggressiven Einmischungsversuche in strategische Firmenentscheidungen bekannt ist, hält etwa 6,3 Prozent an Motorola und ist damit zweitgrößter Einzelaktionär. Icahn hatte massiv Druck gemacht und den Konzern zuletzt sogar verklagt.

Neben der Handysparte betreibt Motorola profitable Geschäfte unter anderem mit TV-Settopboxen sowie Mobilfunknetzen und Kommunikationstechnik für Firmen. Die derzeitigen Motorola-Aktionäre sollen Anteile an beiden Unternehmen erhalten. Die Aufspaltung soll im Jahr 2009 erfolgen.

Der seit Jahresbeginn amtierende Konzernchef Greg Brown hatte eine Überprüfung der Strategie und radikale Einsparungen angekündigt. Motorola ist als Handyhersteller mittlerweile auf den dritten Platz hinter Nokia  und Samsung  zurückgefallen und verliert weiter Marktanteile. Die Modellpalette gilt als nicht konkurrenzfähig genug. Der Konzern hatte im Februar erklärt, er denke über die Abspaltung seiner Handysparte nach.

manager-magazin.de mit Material von ap und dpa-afx

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