DSL-Allianz "Die Idee hat Charme"

Gemeinsam gegen das DSL-Geschäft der Deutschen Telekom. Diese Idee von Versatel-Chef Peer Knauer stößt auch bei seinem Kollegen Ralph Dommermuth auf Anklang. Für den United-Internet-Vorsteher ist auch schon klar, wer dabei die Führung übernehmen soll.

Düsseldorf - Der Chef von United Internet  begrüßt die Idee einer DSL-Allianz gegen den Marktführer Deutsche Telekom . "Die Idee hat Charme. Der Markt konsolidiert sich, und es spricht vieles dafür, einige der derzeitigen Anbieter zusammenzuführen", sagte Ralph Dommermuth, der Vorstandsvorsitzende von United Internet, dem "Handelsblatt" (Dienstagausgabe).

Der Chef des Konkurrenten Versatel , Peer Knauer, hatte die Idee eines DSL-Verbunds aus Versatel, Freenet , United Internet und den deutschen Telefonica-Aktivitäten ins Spiel gebracht. Damit solle ein machtvoller Gegenpol zum Marktführer Telekom entstehen.

Jedoch meldet United Internet seinen Führungsanspruch an, sollte der Plan Realität werden. "Von der Größe her hätten Telefonica  oder wir sicherlich eher die Kraft, das DSL-Geschäft von Freenet zu kaufen und Versatel zu übernehmen. Das heißt aber nicht, dass wir ein solches Szenario realisieren wollen", so Dommermuth. United Internet ist Großaktionär sowohl bei Versatel als auch bei Freenet.

Die DSL-Sparte von Freenet steht seit Kurzem zum Verkauf. Versatel hat bereits Interesse an dem Geschäft angemeldet. Auch United Internet ist erneut in das Rennen eingestiegen, nachdem erste Übernahmegespräche vor Weihnachten gescheitert waren. United-Internet-Chef Dommermuth hat vor wenigen Tagen der Zeitung zufolge in einem Brief an den Freenet-Aufsichtsrat offiziell darum gebeten, beim Verkaufsverfahren berücksichtigt zu werden.

Der Telekomkonzern besitzt über die mit der Mobilfunkfirma Drillisch  gegründeten Holding MSP bereits 25 Prozent an Freenet. Sobald das DSL-Geschäft von Freenet einen Käufer gefunden hat, wird sich United Internet laut "Handelsblatt" von seinen Freenet-Anteilen trennen. "Im Vertragswerk zur MSP GmbH sind verschiedene Call- und Put-Optionen vereinbart. Letztlich würde der DSL-Verkauf wohl dazu führen, dass unsere Anteile bei Drillisch landen würden", zitierte die Zeitung Dommermuth.

Die Börse reagierte positiv auf die Aussagen Dommermuths. Gegen Mittag stieg die im TecDax  notierte Aktie um 7,36 Prozent auf 13,57 Euro. Das Technologiebarometer gewann 3,64 Prozent auf 727,37 Zähler.

Händlern zufolge heizen die Aussagen des United-Internet-Chefs Übernahmespekulationen im gesamten Sektor an. Nach Einschätzung von Cheuvreux-Analyst Felix Braune ist die DSL-Allianz ein mögliches Szenario und United Internet gut dafür aufgestellt. Aktien von Versatel verloren unterdessen 0,42 Prozent auf 21,47 Euro. Freenet stiegen mit plus 3,02 Prozent auf 10,25 Euro im Einklang mit dem Markt.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx