Cebit T-Systems kooperiert mit Cognizant

Nach einem Jahr hat die Suche ein Ende: Die Deutsche Telekom hat einen Partner für ihre Geschäftskundensparte T-Systems gefunden. Der Bereich System Integration arbeitet künftig mit dem amerikanischen IT-Dienstleister Cognizant zusammen. Die Telekom verspricht sich davon Wachstumsimpulse - vor allem in einem Niedriglohnland.

Hannover - Mit der Kooperation will T-Systems mehr Arbeiten im Niedriglohnland Indien erbringen lassen, wo Cognizant  stark vertreten ist, und damit die Wettbewerbsfähigkeit steigern. 1150 indische Mitarbeiter sollen von dem T-Systems-Bereich System Integration (SI) zu Cognizant wechseln.

Mit der Partnerschaft mit dem US-Konzern ist ein Verkauf des Geschäftsbereichs vom Tisch. T-Systems hatte auch diese Option geprüft, sie dann aber verworfen. Die rund 15.000 beschäftigten IT-Spezialisten der SI programmieren und passen Software und Systeme auf die Bedürfnisse der Kunden an. Rund zwei Drittel der Arbeiten fallen direkt bei Kunden an, der Rest kann zu günstigen Preisen in Niedriglohnländern erbracht werden.

Cognizant und T-Systems versprechen sich von der Kooperation Wachstumsimpulse. 40.000 der über 55.000 Mitarbeiter von Cognizant arbeiten in Indien und China. "Wir können unsere Profitabilität deutlich steigern und stärken uns in Schlüsselbranchen", sagte T-Systems-Chef Reinhard Clemens. Neben dem reinen Kostenaspekt ergänzen sich die beiden Unternehmen geografisch. So ist die Telekom  vor allem in Europa stark, Cognizant in Nordamerika und Asien.

Auch bei der Erschließung neuer Kunden können sich die Partner helfen. Cognizant hat vor allem unter Finanzdienstleistern und in der Gesundheitsbranche viele Kunden, während T-Systems stark in der Automobilindustrie, der Telekommunikation und Fertigung sowie im öffentlichen Sektor vertreten ist.

Telekom-Chef René Obermann suchte bereits seit März vergangenen Jahres einen Partner für die Geschäftskundensparte T-Systems. Vor allem der hohe Personalbestand von rund 56.000 Mitarbeitern hatte jedoch alle Interessenten abgeschreckt. Deshalb entschied sich die Konzernspitze, nur noch einen Partner für die Systemintegrationssparte zu suchen. "Bei der Partnersuche war die Devise immer, dass Qualität vor Zeit geht", sagte Obermann. T-Systems hatte zuletzt auch mit der indischen Tata Consultancy und der kanadischen IT-Firma CGI verhandelt.

T-Systems befindet sich in einer Phase der Umstrukturierung, mit der die Gesellschaft auf den Wachstumspfad geführt werden soll. In den vergangenen Wochen hat T-Systems-Chef Clemens bereits das Management massiv ausgedünnt. Der Vorstandsvorsitzende Obermann betonte, dass es weitere Stellenstreichungen bei T-Systems geben werde, ohne einen Umfang zu nennen. Die Kooperation soll aber nicht automatisch zu einem Abbau von Arbeitsplätzen bei T-Systems führen. "Wir haben eine gute Vorwärtsstrategie entwickelt, sodass wir wenig Personalanpassungen vornehmen müssen", sagte Clemens.

Die in Frankfurt am Main angesiedelte T-Systems setzte im vergangenen Jahr mit 56.000 Mitarbeitern rund zwölf Milliarden Euro um. Cognizant erzielte 80 Prozent des Umsatzes von zuletzt 2,14 Milliarden Dollar in Nordamerika. Ende 2007 beschäftigte das Unternehmen 55.000 Mitarbeiter, deren Zahl bis zum Jahresende auf bis zu 75.000 erhöht werden soll.

manager-magazin.de mit Material von dpa, dpa-afx und reuters

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