Bilanz Pin zieht Springer nach unten

Der Axel-Springer-Verlag ist im vergangenen Jahr tief in die roten Zahlen gerutscht. Verantwortlich dafür war vor allem eine millionenschwere Abschreibung auf den Postdienstleister Pin. Dennoch will das Verlagshaus eine Rekorddividende an seine Aktionäre zahlen.

Berlin - Unter dem Strich stand für 2007 ein Fehlbetrag von 288 Millionen Euro nach 291 Millionen Euro Überschuss im Jahr zuvor, wie Axel Springer  am Montag mitteilte. Verantwortlich dafür sei die Abschreibung in Höhe von 572 Millionen Euro auf den Postdienstleister Pin Group. Die Brieftochter werde im Jahresabschluss als "nicht fortgeführte Aktivität" ausgewiesen.

Der Verlag hatte bereits im Dezember angekündigt, dass sich der Ausstieg aus Pin negativ auf den Konzernjahresüberschuss auswirken werde. Damals war ein voraussichtlicher Abschreibungsbedarf von bis zu 620 Millionen Euro angegeben worden.

Axel Springer - mit knapp zwei Dritteln Mehrheitseigner an Pin - hatte nach der Entscheidung des Bundestags zur Einführung eines Mindestlohns für die Postbranche Ende vergangenen Jahres angekündigt, dem Unternehmen keine Mittel mehr zur Verfügung zu stellen. Daraufhin meldeten am 21. Dezember vergangenen Jahres die ersten Pin-Gesellschaften Insolvenz an.

Bis Anfang März verloren 2770 der insgesamt 11.400 Pin-Beschäftigten ihre Stellen. Der Verwaltungsrat des Briefdienstleisters verhandelt gegenwärtig mit drei Investoren über eine mögliche Übernahme der verbliebenen Gesellschaften.

Trotz der roten Zahlen sollen die Aktionäre eine auf vier (2006: 3,50) Euro je Aktie erhöhte Dividende erhalten. Damit will der Verlagskonzern nach eigenen Angaben überschüssige Liquidität ausschütten.

Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebita) verbesserte Springer 2007 um 12,5 Prozent auf 422 Millionen Euro. Der Konzernumsatz erhöhte sich um 8,5 Prozent auf 2,58 Milliarden Euro. Darin seien Umsätze der Pin Group nicht enthalten. Den kompletten Abschluss für 2007 und eine Prognose für das laufende Geschäftsjahr will der Vorstand am 12. März veröffentlichen.

manager-magazin.de mit Material von ddp, dpa und reuters

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