Freenet DSL-Geschäft belastet

Der harte Preiskampf im DSL-Geschäft macht Freenet weiter zu schaffen. Im abgelaufenen Jahr verzeichnete der Telekomanbieter einen Umsatz- und Gewinnrückgang. Die Büdelsdorfer forcieren deshalb die Trennung von der DSL-Sparte, das Geschäft wird jetzt ausgegliedert.

Büdelsdorf - Der Überschuss sank gegenüber dem Vorjahr von 257 Millionen auf 16,5 Millionen Euro, wie der Telekomanbieter Freenet  am Montag mitteilte. Der Umsatz fiel um 9,3 Prozent auf 1,86 Milliarden Euro, während der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) von 147 Millionen auf 252 Millionen Euro zulegte, womit die eigene Prognose erfüllt wurde.

Der Zuwachs beim operativen Ergebnis erklärt sich dem Unternehmen zufolge vor allem durch die Verrechnung von Kundenakquisitionskosten, die aber den Umsatz schmälerten.

Die Zahl der DSL-Kunden erhöhte sich im vierten Quartal um 10.000 auf 1,28 Millionen Ende Dezember. Zeitgleich nahm das im TecDax  notierte Unternehmen 260.000 neue Handynutzer unter Vertrag.

Da Freenet erst vor rund einem Jahr durch die Verschmelzung von Mobilcom und der früheren Freenet AG entstanden war, sind die Zahlen nicht mit dem Vorjahreszeitraum vergleichbar.

Vorstandschef Eckhard Spoerr hatte zuletzt für das Gesamtjahr ein Ebitda von 250 Millionen Euro in Aussicht gestellt und die Prognose im Februar noch bestätigt. Beim Vorsteuergewinn hatte die Erwartung bei 160 Millionen Euro gelegen.

DSL- und Portalgeschäft werden ausgegliedert

Am Sonntagabend hatte Freenet zudem angekündigt, sein DSL- und Portalgeschäft in zwei eigenständige Tochtergesellschaften auszugliedern. Damit schafft das Unternehmen die Voraussetzungen für den angekündigten Verkauf. Vorstand und Aufsichtsrat hätten das Vorgehen in der heutigen Aufsichtsratssitzung beschlossen, teilte Freenet mit. Die beiden Tochtergesellschaften müssten nun noch gegründet werden.

Freenet hatte vor zwei Wochen sein Geschäft mit schnellen Internetanschlüssen zum Verkauf gestellt. Die Sparte hat 1,3 Millionen Kunden. Ein Interessent ist der Wettbewerber Versatel . Zuvor waren Gespräche über einen Kauf der DSL-Sparte mit dem Wettbewerber United Internet  gescheitert, der über ein Zwischengesellschaft zusammen mit Drillisch  an Freenet beteiligt ist.

Freenet setzt nach dem Verkauf auf das Geschäft mit mobilen Internet und Inhalten. Eine Umkehr der Verschmelzung macht aus Sicht von Experten Sinn, da das Unternehmen nur Rang fünf unter den DSL-Anbietern einnimmt. Den Abstand zu den Marktführern konnte die Gesellschaft in den vergangenen Quartalen nicht verringern.

Mit dem Verfall der DSL-Tarife ist zudem der Konsolidierungsdruck auf dem deutsche Breitbandmarkt gestiegen. Wettbewerber wie AOL haben daher ihr Zugangsgeschäft bereits veräußert. Nach Einschätzung von Experten werden daraus neben der Deutschen Telekom  die Konzerne Telefonica  mit der Tochter O2 sowie Vodafone  mit Tochter Arcor als Gewinner hervorgehen.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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