Deutsche Telekom Henkel-Chef Lehner wird Oberkontrolleur

Die Nachfolge von Klaus Zumwinkel an der Spitze des Telekom-Aufsichtsrats ist geklärt. Die Eigentümer entschieden sich für Henkel-Chef Ulrich Lehner. Der Wechsel soll noch vor der Hauptversammlung im Mai stattfinden.

Bonn - Henkel-Chef Ulrich Lehner (61) soll wie erwartet Aufsichtsratschef der Deutschen Telekom  werden. Das teilte der Konzern am Mittwochabend nach einer Sitzung des Kontrollgremiums mit.

Eine Neubesetzung an der Spitze des Gremiums ist notwendig geworden, weil der unter dem Verdacht der Steuerhinterziehung stehende zurückgetretene Deutsche-Post-Chef Klaus Zumwinkel sein Mandat bei der Telekom mit Ablauf der Sitzung niedergelegt hat.

Bis zur Bestellung von Lehner soll Klaus Schlede vorübergehend das Gremium leiten. Schlede selbst scheide altersbedingt zur Hauptversammlung im Mai aus, teilte die Telekom mit. Neben Lehner solle deshalb der ehemalige Staatsminister Hans Martin Bury (41) den Aktionären als neuer Aufsichtsrat vorgeschlagen werden. Lehner solle vor der Hauptversammlung bereits gerichtlich bestellt werden. Bis zu seinem Eintritt in das Gremium übernehme Schlede den Vorsitz.

Lehner, der wie bekannt mit Erreichen der internen Altersgrenze der Henkel KGaA  im April aus der Geschäftsführung des Unternehmens ausscheidet, ist Honorarprofessor der Universität Münster und Mitglied des Verwaltungsrates des Schweizer Pharmakonzerns Novartis . Er sitzt darüber hinaus in den Aufsichtsräten von Eon , ThyssenKrupp  und Porsche . Lehners bisheriger Arbeitgeber machte heute ebenfalls Schlagzeilen. Henkel verkündete, das Unternehmen werde 3000 Stellen streichen.

Bury ist seit 2005 Managing Director der Investment-Bank Lehman Brothers  und seit 2008 Vorstandsmitglied. Zuvor war er von 1999 bis 2002 Staatsminister beim Bundeskanzler und danach bis 2005 Staatsminister für Europa. Zwischen 1994 und 1998 hatte Bury als Sprecher für Post und Telekommunikation der SPD-Bundestagsfraktion die Liberalisierung des Telekommunikationsmarktes intensiv begleitet.

Dividende wird leicht erhöht

Dividende wird leicht erhöht

Wie die Telekom weiter mitteilte, stimmte der Aufsichtsrat dem Dividendenvorschlag des Vorstandes zu. Der Hauptversammlung wird damit für das abgelaufene Geschäftsjahr 2007 die Ausschüttung einer Dividende von 0,78 Euro je dividendenberechtigter Aktie vorgeschlagen. Für 2006 hatten die Aktionäre 0,72 Euro je Anteilsschein erhalten.

Auf der Aufsichtsratssitzung ging es auch um die Entwicklung im abgelaufenen Geschäftsjahr und eine neue Strategie für die Geschäftskundensparte T-Systems.Dem Vernehmen nach hat sich das Ergebnis im vierten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum stabilisiert, womit die Erwartungen der Analysten erfüllt würden.

Der neue T-Systems-Chef Reinhard Clemens wollte dem 20-köpfigen Aufsichtsrat zudem seine Pläne vorstellen, wie er die Sparte auf die Wachstumsspur zurückführen will. Geplant ist eine Verschlankung, um die Betriebsabläufe zu beschleunigen.

Außerdem geht es um eine Partnerschaft für den Bereich Systemintegration (SI) mit 18.000 Beschäftigten. Nach Angaben aus Konzernkreisen gilt der amerikanische IT-Dienstleister Cognizant als Favorit, daneben waren zuletzt noch die indische Tata Consultancy und die kanadische CGI-Gruppe im Gespräch.

manager-magazin.de mit Material von reuters, ddp und dpa

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