IT-Spezialisten Kampf um die besten Köpfe

Der Mangel an IT-Spezialisten wird immer bedrohlicher: Fast zwei Drittel aller deutschen Unternehmen hat bei der Suche nach entsprechenden Fachkräften große Schwierigkeiten. Exklusiv für manager-magazin.de hat Fischer Appelt Kommunikation Deutschlands Entscheider nach ihren Problemen beim Recruitment und den Lösungsansätzen gefragt.

Hamburg - Fachkräfte zu gewinnen und zu binden wird mehr und mehr zur Herausforderung für deutsche Unternehmen: Die Suche nach qualifizierten Mitarbeitern verläuft für 61 Prozent der deutschen Unternehmen unbefriedigend. Das ergab eine branchenübergreifende Umfrage unter 1300 Entscheidern im Auftrag von manager-magazin.de und der Kommunikationsagentur Fischer Appelt.

Problematisch ist für die Unternehmen vor allem, ihren hohen Bedarf an gut ausgebildeten IT-Spezialisten und Ingenieuren zu decken. Etwa jeder zweite Arbeitgeber hat Schwierigkeiten bei der Suche nach diesen Berufsgruppen.

Aber auch bei anderen Positionen zeichnet sich ein Fachkräftemangel ab: So sehen 27 Prozent der Befragten das Recruitment von Forschern und Entwicklern als schwierig an. Mehr als ein Fünftel der Unternehmen findet keine qualifizierten Mitarbeiter für den Vertrieb. Die Konsequenz: Viele vakante Stellen dieser Berufsgruppen bleiben unbesetzt.

Der Hauptgrund für die Misere ist für sieben von zehn Befragten, dass schlichtweg zu wenige Fachkräfte auf dem Markt vorhanden sind. Und bei der Suche nach den wenigen Spezialisten kommt es zu weiteren Schwierigkeiten: Mehr als jeder dritte Befragte beklagt, dass Job- und Bewerberprofil nicht zusammenpassen oder dass Bewerber schlichtweg falsch qualifiziert seien.

Firmen setzen auf Ausbildung

Firmen setzen auf Ausbildung

Hinzu kommt, dass ein Viertel der Unternehmen angibt, bei Bewerbern nicht bekannt genug zu sein. "Dies zeigt ein Vermittlungsproblem zwischen den Unternehmen und den potenziellen Bewerbern", analysiert Christian Pott, Standortleiter Fischer Appelt Kommunikation Stuttgart, das Ergebnis. "Vor diesem Hintergrund spielt die Verzahnung von Unternehmenskommunikation und Personalmarketing eine wichtige Rolle."

Die Umfrage zeigt, dass Public Relations (PR) und Öffentlichkeitsarbeit im Vergleich zu klassischen Maßnahmen wie Stellenanzeigen oder die Bindung von Studenten durch Praktika und Diplomarbeiten eher selten genutzt wird: Nur etwa jedes dritte Unternehmen bindet PR-Mitarbeiter regelmäßig in seine Recruitment-Maßnahmen ein.

Um insgesamt dem steigenden Mangel an Spezialisten entgegenzuwirken, engagieren sich die Firmen zunehmend selbst für die Ausbildung von Fachkräften. Statt sich mit ihren Personalsorgen auf das Arbeitsamt zu verlassen - nur 8 Prozent der Befragten tun dies - übernehmen sie selbst Verantwortung: Mehr als zwei Drittel nimmt die Ausbildung von neuen Mitarbeitern zu Fachkräften selbst in die Hand.

Ebenso häufig nutzen die Unternehmen Kooperationen mit Universitäten und Ausbildungsstätten, um so Fachkräfte frühzeitig an das Unternehmen zu binden. Etwa jede zweite Firma (54,6 Prozent) setzt zudem verstärkt auf die Weiterbildung bestehender Arbeitnehmer.

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