Microsoft Ballmers Visionen

Für Microsoft-Chef Steve Ballmer stehen die IT-Giganten der Zukunft fest: Neben dem von ihm geführten Konzern überleben seiner Meinung nach Amazon, Google, IBM und Oracle den bevorstehenden Konzentrationsprozess. Sie alle hätten gute Chancen mit der Zukunftstechnologie Cloud-Computing die IT-Landschaft unter sich aufzuteilen.

London - Grund für den Konzentrationsprozess sei, dass die Unterschiede zwischen Software-, Hardware- und Internetfirmen verschwimmen, sagte Microsoft-Chef Steve Ballmer der "Financial Times". Übrig bleibe eine kleine Anzahl dominanter Technologiekonzerne aus den Vereinigten Staaten, die jeweils mehrere riesige Datenzentren betreiben und die IT-Landschaft unter sich aufteilten.

Das sogenannte Cloud-Computing werde künftig eine zentrale Rolle in der Informationstechnologie spielen, sagte der Chef des weltgrößten Softwarekonzerns. Beim Cloud-Computing werden größere Rechnerkapazitäten von einem einzelnen Unternehmen gebündelt und vermietet. Durch eine Verschiebung zu Cloud-Computing könnten Desktop-Rechner, Server und die zugehörige Ausrüstung, die viele Unternehmen momentan noch selbst betreiben, an Bedeutung verlieren.

Ballmer gibt damit weitere Hinweise auf die fundamentale strategische Neuausrichtung, die das Microsoft-Management unter seiner Führung vorantreibt. Auf dem Spiel stehe nichts weniger als "die Art und Weise, wie Computer benutzt und eingesetzt werden".

Diese neue Entwicklung eröffne für Microsoft  größere Chancen als für jedes andere Unternehmen. "Doch wie immer, wenn es in dieser Branche zu grundlegenden Änderungen kommt, kann das auch zur Gefahr werden, wenn man sich nicht schnell genug bewegt", sagte Ballmer.

Ballmer geht davon aus, dass schon bald eine neue Gruppe von Technologieunternehmen den Cloud-Computing-Markt beherrschen wird. Jedes dieser Unternehmen wird einen riesigen Zentralrechner verwalten, der aus einer Anzahl großer Datenzentren besteht. "Amazon  hat einen, Gerüchten zufolge wird Google  sich einen zulegen. Wir haben gesagt, dass wir einen haben werden", sagte Ballmer. Seiner Ansicht nach werden auch IBM  und möglicherweise auch das Softwareunternehmen Oracle  in dieses Rennen einsteigen.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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