Supercomputer Jugene fängt an zu rechnen

Mehr als 65.000 Prozessoren verpackt in Schränken so hoch wie Telefonzellen und riesige Mengen an Kabeln - das ist das Zubehör des schnellsten zivilen Computers der Welt. Und der steht nicht etwa in Silicon Valley, sondern im beschaulichen Jülich, einer Kleinstadt in Nordrhein-Westfalen. Seit heute ist der Turborechner in Betrieb.

Jülich - Mit einem symbolischen Druck auf den "roten Knopf" haben Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) und der Vorstandschef des Forschungszentrums Jülich, Achim Bachem, am Freitag den Superrechner Jugene in Betrieb gesetzt.

Die mehr als 65.000 Prozessoren sind in 16 mannshohen Schränken untergebracht und erbringen eine Leistung von insgesamt 167 Teraflops (Billionen Rechenoperationen pro Sekunde). Damit ist Jugene Europas schnellster Großcomputer und der schnellste zivile Computer der Welt.

"Dies ist ein Leuchtfeuer für unsere Forschung", sagte Rüttgers vor der Freischaltung des Systems, das auf dem Typ "Blue Gene/P" des US-Computerkonzerns IBM  basiert. "Wir haben hier etwas, das es so nirgendwo sonst in Europa gibt." Die neue Anlage gilt als Herzstück des Gemeinschaftsprojekts PRACE, einem Konsortium von nationalen Supercomputerzentren aus 14 europäischen Staaten.

Jugene soll vor allem für komplexe Simulationsaufgaben aus der Physik und Materialwissenschaft, aber auch für Berechnungen aus Biologie, Medizin, Klimaforschung und Maschinenbau eingesetzt werden. Das Bundesforschungsministerium deckte mit rund 13 Millionen Euro den überwiegenden Teil der Kosten ab.

Jugene steht in der großen Rechnerhalle des Forschungszentrums, in der auch die anderen Hochleistungscomputer JUMP und JUBL ihren Platz haben. Die drei Rechner ergänzen sich derart, dass für jede wissenschaftliche Simulationsaufgabe das passende Werkzeug zur Verfügung steht. Auf den Jülicher Supercomputern rechnen rund 200 europäische Forschergruppen.

manager-magazin.de mit Material von dpa und ddp

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