W-Lan-Handys Drahtlos glücklich

Rund um die Cebit überbieten sich die Hersteller von Mobiltelefonen mit neuen Smartphones. Voll im Trend sind Geräte mit W-Lan. Ein Überblick, mit welchen Handys man künftig drahtlos surfen kann.

Ratingen/Willich - Die drahtlose Netzwerkanbindung hält mehr und mehr Einzug unter die Tastaturen und Touchscreens. Wo es Hotspots gibt, ermöglicht W-Lan oft kostenloses Surfen, günstige VoIP-Telefonate oder den Empfang von Internetradio auf dem Handy.

Der Hersteller Asus aus Ratingen hat bereits mehrere Mobiltelefone mit W-Lan im Programm. Auch beim neuen Smartphone M930, das auf der Cebit zu sehen ist, fehlt der Drahtlosfunk nicht. Das klappbare Gerät mit Windows-Mobile-6-Betriebssystem hat ein Zwei-Zoll-Display und eine normale Handy-Tastatur.

Wird das HSDPA-fähige Smartphone geöffnet, offenbaren sich eine vollwertige QWERTZ-Tastatur sowie ein 2,6-Zoll-Display im Breitformat. Texteingabe und das Surfen per W-Lan sind so komfortabel möglich. "Der zu erwartende Preis für Endkunden wird zwischen 500 und 600 Euro liegen", sagt Asus-Sprecher Holger Schmidt.

Nokia  setzt vor allem bei seinen Businessgeräten seit längerem auf W-Lan. Auf dem World Mobile Congress in Barcelona Mitte Februar haben die Finnen zwei neue Multimediamodelle mit Drahtlosfunk, HSDPA und Symbian-Betriebssystem vorgestellt. Das N78, das unter anderem GPS, einen FM-Transmitter und ein 2,4 Zoll großes Display mitbringt, soll vom zweiten Quartal an für 415 Euro zu haben sein.

Beim N96 ist das Display 2,8 Zoll groß, neu im Vergleich zum Vorgänger N95 ist etwa der Fernsehempfang per DVB-H. Kosten soll das vom dritten Quartal an erhältliche Handy 650 Euro. Die Browser beider Geräte unterstützen Flash, sodass sich beispielsweise Videos des YouTube-Portals direkt wiedergeben lassen.

Weil die W-Lan-Option nicht nur in Kombination mit großen Displays zum Surfen interessant ist, bietet Nokia einen Internetradio-Client. Dieser kann bei allen Modellen mit dem Symbian-Betriebssystem S60 3rd Edition installiert werden und bespielt das Handy mit beliebigen Internetradios. Lieblingssender lassen sich einer Favoritenliste hinzufügen. Neue Stationen sind über ein ständig aktualisiertes und nach Genres sortiertes Verzeichnis zu entdecken. Mit UMTS-Tarifen wäre das datenintensive Streaming teuer. Für die Internettelefonie (VoIP) sind in vielen Nokia-Modellen gleich entsprechende SIP-Clients integriert.

W-Lan schluckt viel Strom

W-Lan schluckt viel Strom

Einen neuen W-Lan-Slider hat Samsung  auf der Cebit im Messegepäck. Das auf Basis von Symbian arbeitende GH-G810 verfügt über GPS und einen großen 3,5-Zoll-Touchscreen. Der Hersteller bewirbt auch die YouTube-Unterstützung. Über einen 2,8 Zoll großen Touchscreen und Sensortasten lässt sich das neue Protégé G810 von Toshiba  steuern. Das 120 Gramm leichte Windows-Mobile-Gerät ist mit W-Lan, GPS und HSDPA sowie mit der schnellen UMTS-Upload-Technik HSUPA ausgestattet.

Doch wer im Büro oder unterwegs auf einen Hotspot zurückgreifen kann, kommt mit W-Lan-fähigen Handys erst gar nicht oder zumindest seltener in die Verlegenheit, UMTS-Datentarife in Anspruch nehmen zu müssen. "Gerade wenn man zu Hause ist, muss man keine teure Mobilfunkverbindung nutzen", sagt Daniel Optendrenk vom Hersteller LG Electronics aus Willich. LG hat im Oktober mit dem KS20 sein erstes W-Lan-Smartphone auf den Markt gebracht. Das Gerät mit 2,8 Zoll großem Touchscreen und Windows Mobile 6 wird ohne Branding im zweiten Quartal 2008 auf den Markt kommen.

Grenzen setzt dem mobilen Internet allerdings immer noch der Akku. Ähnlich wie der Betrieb im UMTS-Netz ist auch ein aktiviertes W-Lan-Modul im Handy energiehungrig. "Das Problem haben alle, W-Lan schluckt sehr viel Strom", sagt Optendrenk.

Auch Sony Ericsson aus München kennt den Effekt. "Wenn man W-Lan intensiv nutzt, ist der Akku relativ schnell leer gesaugt", sagt Jan Forster für den Hersteller. Doch an der Batteriekapazität und der Optimierung der Sendeleistung arbeiteten die Ingenieure. Auch in Sony Ericcsons neuem Top-Handy Xperia X1 mit HSDPA, HSUPA und GPS fehlt der Drahtlosfunk nicht. Zum Surfen empfehlen sich der Drei-Zoll-Bildschirm mit hoher Auflösung von 800 mal 480 Pixeln, die per Slider-Mechanismus aufziehbare QWERTZ-Tastatur sowie die Navigation per Knopf oder optischem Joystick.

Ebenfalls mit einer langen Feature-Liste wartet auf der Messe das Nüvifone auf. Das zweite Mobiltelefon des Navigationsspezialisten Garmin aus Gräfelfing bei München soll dem Besitzer auf seinem 3,5 Zoll großen und berührungsempfindlichen Display nicht nur den Weg weisen, sondern auch Inhalte präsentieren, die aus dem UMTS- oder W-Lan-Äther stammen. Verkauft werden soll das Nüvifone aber erst vom dritten Quartal 2008 an.

Dirk Averesch, dpa

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