Mobile World Congress Aus Handys werden Navis

Viele Handyhersteller nutzen den Mobile World Congress in Barcelona für die Präsentation ihrer neuen Geräte. Schon am ersten Tag der Mobilfunkmesse zeichnet sich dabei ein neuer Trend ab: Die Mobiltelefone von morgen weisen ihren Besitzern auch den Weg.

Barcelona - Der Mobile World Congress in Barcelona ist die wichtigste Messe für mobile Kommunikation - das zeigt auch die große Zahl der dort präsentierten neuen Handys: Marktführer Nokia  stellte am Montag vier neue Modelle vor. Sony Ericsson kündigte schon am Sonntagabend neue Modelle an. Und auch Samsung  und LG Electronics sind mit neuen Mobiltelefonen in die katalanische Metropole gekommen. Die noch bis zum Donnerstag dauernde Schau bringt vor allem den Durchbruch für Handys mit eingebautem GPS-Empfänger.

Aus Nokias Neuheiten-Portfolio lassen sich drei Modelle über Satellit orten: Das N78 etwa, Nachfolger des nach Angaben des Herstellers 50 Millionen Mal verkauften N73, beherrscht das sogenannte Geo-Tagging: Die vom Anwender gemachten Fotos werden mit den GPS-Koordinaten verknüpft. Dadurch lässt sich auf einer Karte nachvollziehen, wo die Aufnahme entstanden ist. Das N78 bietet zudem W-Lan und HSDPA.

Mit den gleichen Funktionen ist das Nokia 6220 Classic ausgestattet, das außerdem über eine Fünf-Megapixel-Kamera verfügt. Neu und ebenfalls mit GPS ausgestattet ist das 6210 Navigator - es bietet eine Navi-Funktion für Fußgänger.

Mit dem X1 startet Sony Ericsson seine Modellserie "Xperia". Sie soll stärker als bisher das Internet und multimediale Inhalte mit einem mobilen Endgerät verbinden. Das X1 ist ebenfalls mit GPS und W-Lan ausgestattet. Es unterstützt UMTS, HSDPA und HSUPA sowie EDGE für die schnelle drahtlose Datenübertragung.

Das Handy besitzt ein berührungsempfindliches Display, aber auch eine vollwertige Tastatur. Sie befindet sich unter dem Display und lässt sich mit Hilfe eines Schiebeelements freilegen. Neu ist zudem, dass Sony Ericsson Windows Mobile nutzt: Das X1 arbeitet als erstes Gerät des Herstellers mit dem Handy-Betriebssystem von Microsoft .

Handy als Notizblock

Handy als Notizblock

Auf die Frage, warum das Unternehmen plötzlich ein Gerät mit Windows Mobile laufen lässt, lautete die Antwort lapidar: "Weil wir es zuvor noch nicht gemacht haben." Das Gerät wird in der zweiten Jahreshälfte in den Handel kommen. Der Preis wurde noch nicht bekanntgegeben.

Die Modelle G700 und G900 haben ebenfalls in Barcelona Premiere. Sie zeichnen sich vor allem durch die Notizblockfunktion aus, die dem Anwender ermöglicht, mit einem Eingabestift kleine handschriftliche Notizen direkt über das Display einzutragen. Während das G700 eine Kamera mit drei Megapixel Auflösung besitzt, ist das G900 mit W-Lan und GPS ausgerüstet.

LG nimmt mit dem LG-KT610 ein GPS-Handy in die Produktpalette auf. Das mit dem Betriebssystem Symbian arbeitende Handy hat ein 2,4-Zoll-Display und eine Push-E-Mail-Funktion. Auch das Samsung  G810 reiht sich ein in die Phalanx neuer GPS-Handys. Es verfügt über eine Fünf-Megapixel-Kamera und unterstützt wie das LG-Gerät HSDPA für den schnellen mobilen Datendownload.

Auch der Handyhersteller HTC stellte auf der Mobilfunkmesse ein neues Smartphone mit GPS-Navigation vor. Das HTC P3470 wiegt 128 Gramm und gehört mit Abmessungen von 108 mal 58 mal 16 Millimeter zu den kleinsten Smartphones. Es besitzt ein 2,8 Zoll großes Display, eine 2-Megapixel-Kamera, einen GPS-Chip und arbeitet mit dem Betriebssystem Windows Mobile 6 Professional.

Die Kapazität der Batterie gibt HTC mit 1100 mAh an. Als Navigationslösung ist der Tom Tom Navigator 6 installiert. Kartendaten lassen sich auf einer ein Gigabyte großen Micro-SD-Speicherkarte ablegen. Das Gerät kommt laut Hersteller noch in diesem Monat für 449 Euro auf den Markt.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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