Milliardenofferte Yahoo weist Microsoft zurück

Der Internetkonzern Yahoo hat das milliardenschwere Übernahmeangebot von Microsoft offiziell abgelehnt. Mit dem Gebot werde das Unternehmen viel zu niedrig bewertet, heißt es zur Begründung.

Sunnyvale/New York - Das Gebot von Microsoft  sei zu niedrig, daher sei das Vorhaben nicht im besten Sinne für die Aktionäre, teilte Yahoo  am Montag mit. Yahoo werde weiterhin alle strategischen Optionen prüfen.

Microsoft hatte Anfang des Monats 31 Dollar je Yahoo-Aktie geboten und den Internetkonzern so mit 45 Milliarden Dollar (30 Milliarden Euro) bewertet. Analysten rechnen damit, dass Microsoft seine Offerte um fünf  bis zwölf Milliarden Dollar und damit auf knapp 57 Milliarden Dollar erhöhen könnte. Yahoo wolle mindestens 56 Milliarden Dollar oder 40 Dollar je Aktie sehen. Allerdings könnte Microsoft sein Angebot auch direkt den Yahoo-Aktienären unterbreiten. Damit könnte eine feindliche Übernahme eingeleitet werden. Es wäre die bislang größte Fusion zweier Computertechnologie-Konzerne.

Über die Mitteilung deutet Yahoo erstmals konkreter an, dass die Konzernführung bereit sein könnte, bei einem höheren Preis über einen Verkauf des Unternehmens zu verhandeln. Analysten halten ein höheres Angebot von Microsoft angesichts der prall gefüllten Kriegskasse des Konzerns für denkbar.

Mit dem Kauf will der Softwarekonzern die Übermacht des Rivalen Google  bei der Onlinesuche und der Internetwerbung brechen. Im Kampf gegen das Übernahmeangebot von Microsoft sucht Yahoo einem Bericht zufolge wieder die Nähe zu AOL.

In US-Medien war am Wochenende bereits spekuliert worden, dass Yahoo die Microsoft-Offerte ablehnen werde. Um die Übernahme abzuwehren, sucht der Konzern die Nähe und Unterstützung von Rivalen. Auch der Suchmaschinengigant Google hatte Yahoo bereits seine Hilfe angeboten. Inzwischen soll Yahoo der britischen "Times" zufolge auch die in der Vergangenheit gescheiterten Fusionsgespräche mit AOL wieder aufgenommen haben.

manager-magazin.de mit Material von ap, dpa und reuters

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