Privatverkäufe Ebay streicht Gebühren

Wer als privater Anbieter Artikel bei Ebay zum Verkauf einstellt, muss bald keine Gebühren mehr dafür bezahlen. Mit dieser und weiteren Änderungen will das Internetauktionshaus das lahme Wachstum auf dem Onlinemarktplatz wieder ankurbeln.

Berlin - Private Verkäufer zahlen ab dem 20. Februar keine Angebotsgebühr mehr für das Einstellen von Auktionen mit dem Startpreis von einem Euro inklusive Galeriebild, teilte der Deutschland-Chef von Ebay , Stefan Groß-Selbeck, am Montag mit. Bislang mussten Verkäufer für entsprechende Auktionen 49 Cent zahlen. Die Verkaufsprovision, über die sich Ebay finanziert, werde dagegen von bisher 2 bis 5 Prozent auf künftig 2 bis 8 Prozent geändert.

Damit führt das Onlineauktionshaus erstmals ein unterschiedliches Gebührensystem für private und gewerbliche Verkäufe ein. Für Fahrzeuge, Boote und Flugzeuge soll die Verkaufsgebühr grundsätzlich entfallen.

Die Gebühren für die gewerblichen Verkäufer sollen stärker an die Marktgegebenheiten der unterschiedlichen Branchen angepasst werden. Powerseller können über gute Bewertungen bis zu 36 Prozent der Verkaufsprovision einsparen.

Käufer sollen durch eine neue Standardsortierung der Suchergebnisse ab sofort schneller zu den für sie passenden Artikeln gelangen. Bislang war das Angebot nach der verbleibenden Zeitdauer für Gebote sortiert. Künftig wird nach Relevanz sortiert: Je häufiger Artikel in der zurückliegenden Zeit gekauft, beboten oder beobachtet wurden, desto weiter oben erscheinen gleiche Angebote in der Sortierreihenfolge.

Neues Bewertungssystem

Darüber hinaus will Ebay den Handel mit einem neuen Paypal-Käuferschutz und Veränderungen des Bewertungssystems sicherer machen. Von Juni an dürfen Verkäufer über Käufer keine negativen Bewertungen mehr vornehmen. Damit reagiere das Unternehmen darauf, dass sich die Zahl der sogenannten Rachebewertungen von 2001 bis 2007 vervierfacht habe. Unter Rachebewertung versteht man die ungerechtfertigte Kritik an Käufern, nur weil sie einen Verkäufer schlecht beurteilt haben. Auch Verkäufer sollen besser vor unbegründeter schlechter Bewertung geschützt werden. Das neue Bewertungssystem hatte bereits in der vergangenen Woche zu massiven Proteste der Ebay-Verkäufer geführt. 

Der Geschäftsführer für Marketing and Sales, Harald Eisenächer, erklärte, erstmals räume das Unternehmen den Käufern über ein Bonusprogramm einen Nachlass von maximal 2 Prozent ein. Voraussetzung ist aber die Nutzung einer neuer Kreditkarte, die Ebay zusammen mit der Commerzbank herausgibt.

In Deutschland hat Ebay nach Angaben von Groß-Selbeck inzwischen 24 Millionen regelmäßige Nutzer. Auf der deutschen Internetseite finden sie mehr als neun Millionen Angebote. Jeden Monat kommen mehr als 100.000 neue Verkäufer hinzu.

manager-magazin.de mit Material von ap und dpa

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