Motorola Nortel soll es richten

Der neue Motorola-Chef Greg Brown will den angeschlagenen US-Konzern mit einem Umbau wieder auf Kurs bringen. Dafür prüft der Firmenlenker offenbar ein Joint Venture mit dem Netzwerkausrüster Nortel Networks.

New York ? Der angeschlagene US-Konzern Motorola  führt Gespräche mit dem kanadischen Netzwerkausrüster Nortel Networks  über eine Zusammenführung von Teilen ihrer Telekomausrüster-Sparten. Dies berichtet das "Wall Street Journal" unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Kreise. Im Fokus stehe dabei die Handy-Infrastruktur.

Eine Fusion könnte ein Gemeinschaftsunternehmen mit einem Umsatz von rund zehn Milliarden Dollar hervorbringen. Die Gespräche seien bereits seit einem Monat im Gange und gewännen nun an Fahrt, hieß es. Das diskutierte Szenario sehe eine Mehrheit von Nortel an dem Joint Venture vor.

Motorola hatte bei seiner Handysparte zuletzt Marktanteile an die Konkurrenten Nokia  und Samsung Electronics  verloren. Sony Ericsson will Motorola in diesem Jahr überholen. Die Handysparte von Motorola, die zuletzt gut die Hälfte des gesamten Konzernumsatzes erwirtschaftete, machte im vergangenen Jahr einen Betriebsverlust von 1,2 Milliarden Dollar nach einem Gewinn 2006 von 2,7 Milliarden Dollar.

Belastet von der Sparte hatte Motorola im vergangenen Quartal einen drastischen Gewinneinbruch verzeichnet. Der erst seit Jahresbeginn amtierende Konzernchef Greg Brown will Motorola mit einem Sparprogramm und dem Abbau von Stellen auf die Erfolgsspur zurückführen.

Vor einer Woche hatte der nach Kundenzahlen weltweit drittgrößte Handyhersteller mitgeteilt, seine strategische Ausrichtung zu überprüfen und dabei eine Abspaltung seiner defizitären Handysparte nicht ausgeschlossen.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters

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