Balda Morgan Stanley steigt ein

Die Investmentbank Morgan Stanley hat mehr als 5 Prozent der Stimmrechte des Handyausrüsters Balda erworben. Das Unternehmen trennt sich derzeit von seinem früheren Kerngeschäft, um wieder profitabel zu werden.

Düsseldorf - Der Handyausrüster Balda  hat mit Morgan Stanley  einen neuen Großaktionär. Die US-Bank halte 5,25 Prozent der Stimmrechte, teilte das wegen Verlusten im Handyschalengeschäft in die roten Zahlen gerutschte Unternehmen am Mittwoch mit.

Die Aktien von Balda sind derzeit günstig. Der Kurs hat sich innerhalb von sechs Monaten auf gut sechs Euro halbiert. Finanzinvestoren, die sich lange mit dem Balda-Management über die richtige Strategie stritten, mussten einen Wertverlust ihrer Investments hinnehmen. Größere Aktienpakete besaßen Ende Januar neben der Unternehmerfamilie Chiang (15,27 Prozent) der US-Investor Guy Wyser-Pratte (5,00 Prozent), Ex-Premiere-Chef Georg Kofler (5,5 Prozent) sowie die Investmentfonds Sapinda (8,44 Prozent) und Audley Capital (10,09 Prozent).

Im Dezember hatte Balda über eine Kapitalerhöhung 68 Millionen Euro erlöst. Das Unternehmen will sich künftig stärker auf das gewinnträchtige Geschäft mit Tastbildschirmen konzentrieren, die es unbestätigten Gerüchten zufolge für das iPhone von Apple  produziert. Der Handyausrüster trennt sich dazu wie im September angekündigt von seiner europäischen Produktion von Handygehäusen. Die Sparte mit rund 800 Mitarbeitern ging zum Jahreswechsel an die KS Plastic Solutions GmbH.

Der Verkauf umfasste die Balda Solutions Deutschland GmbH und die Balda Werkzeugbau GmbH in Bad Oeynhausen sowie die Balda Solutions Hungaria Kft. im ungarischen Veszprém. Zur Zukunft der Beschäftigten der verkauften Sparte konnte Unternehmenssprecher Clas Röhl nichts sagen. "Das liegt in Händen des Erwerbers." Insgesamt hatte Balda bis dato mehr als 7500 Mitarbeiter.

In der vergangenen Woche kursierten Gerüchte über hohe Belastungen aus dem Verkauf des europäischen Handygeschäfts. Balda-Chef Joachim Gut sprach von einer "Kampagne" gegen das Unternehmen. Aus Londoner Finanzkreisen war verlautet, Balda müsse einen Verlust von bis zu 40 Millionen Euro aus den drei verkauften Gesellschaften begleichen. Laut Gut handelt es sich nur um einen "niedrigen zweistelligen Millionenbetrag". Balda hat die Veröffentlichung vorläufiger Zahlen um eine Woche verschoben, sieht das Ziel, in diesem Jahr schwarze Zahlen zu schreiben, aber als sicher an.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa