Time Warner Bewkes baut AOL um

Der US-Medienkonzern Time Warner hat im vierten Quartal einen deutlichen Gewinnrückgang hinnehmen müssen. Verantwortlich dafür war mal wieder die kriselnde Internetsparte AOL, deren Umsatz um rund ein Drittel einbrach. Konzernchef Jeff Bewkes will den Bereich nun aufspalten.

New York - Für das vierte Quartal gab Time Warner  am Mittwoch einen Gewinn von einer Milliarde Dollar nach 1,8 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum bekannt. Der Gewinn je Aktie betrug damit 28 Cent. Der Umsatz lag um 2 Prozent höher bei 12,6 Milliarden Dollar und entsprach den Analystenerwartungen.

Belastet wurde das Ergebnis vor allem von einem Umsatzeinbruch bei der Internettochter AOL. Dieser fiel um 32 Prozent, unter anderem weil 740.000 Kunden absprangen. Der Gewinn stieg allerdings um knapp ein Drittel.

Time Warner will die Internetsparte nun umbauen und deutlich die Kosten senken. Time-Warner-Chef Jeff Bewkes erklärte am Mittwoch, zukünftig würden die Sparten für Internetzugang und Kundeninhalte getrennt verwaltet.

Der Umbau von AOL würde zu sehr viel mehr strategischen Optionen führen, sagte Bewkes. Allerdings werde die Trennung noch "mehrere Monate" dauern, da sie "ziemlich kompliziert" sei. Der Druck auf Time Warner wegen seines Internetdienstes nimmt zu, seitdem Microsoft ein Gebot über 45 Milliarden Dollar für Yahoo vorgelegt hat.

Im gesamten Jahr 2007 kletterte der Betriebsgewinn vor zahlreichen Sondereffekten um 17 Prozent auf 12,9 Milliarden Dollar (8,8 Milliarden Euro). In diesem Jahr soll er lediglich um bis zu 9 Prozent steigen. Der Umsatz legte 2007 um 6 Prozent auf 46,5 Milliarden Dollar zu. Für Wachstum sorgten besonders die Filmsparte etwa dank "Harry Potter" und das Kabelgeschäft.

Unter dem Strich verdiente Time Warner 2007 allerdings mit 4,4 Milliarden Dollar deutlich weniger als im Vorjahr (6,6 Milliarden Dollar). Damals waren unter anderem hohe Einmalgewinne aus Verkäufen etwa der AOL-Internetzugänge in Deutschland angefallen.

Allgemein kündigte Bewkes eine "sofortige" Reduzierung der Kosten um 15 Prozent im ganzen Konzern an. Damit sollten die Margen verbessert werden. Zudem würden mit der Kabelsparte Time Warner Cable Gespräche über das weitere Vorgehen geführt.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und reuters