News Corp Bezahlsender belastet Bilanz

Rupert Murdochs Medienkonzern News Corp. konnte seinen Gewinn im zweiten Geschäftsquartal nur geringfügig steigern. Spekulationen, der Medienmogul könnte nach seinem Einstieg bei Premiere nun eine Offerte für Yahoo abgeben, erteilte Murdoch bei der Vorlage der Zahlen eine Absage.

New York - Der Gewinn erhöhte sich im Ende Dezember abgeschlossenen zweiten Geschäftsquartal leicht um 1,2 Prozent auf 832 Millionen Dollar (561 Millionen Euro), teilte News Corp.  am Montagabend nach Börsenschluss mit. Der Umsatz kletterte um 9,5 Prozent auf 8,6 Milliarden Dollar und lag damit deutlich über den Analystenerwartungen.

Die Bilanz wurde von einer einmaligen Abschreibung belastet. Diese entstand im Zusammenhang mit der Beteiligung des britischen Bezahlsenders BSkyB  an ITV. Ohne Berücksichtigung dieser Abschreibung habe News Corp. beim operativen Gewinn deutlich besser abgeschnitten als erwartet, sagte ein Analyst.

Der Konzern blickt nun optimistischer in die Zukunft und hob seine Prognose für das Geschäftsjahr 2008 an: Das Wachstum des operativen Gewinns werde wohl im mittleren Bereich zwischen 10 und 20 Prozent liegen, sagte Finanzchef Dave Devoe bei einer Telefonkonferenz mit Analysten. Bislang war der Konzern eher vom unteren Bereich in dieser Spanne ausgegangen.

Will Yahoo lieber Google als Microsoft

News-Corp.-Eigentümer Rupert Murdoch ist im Januar beim deutschen Bezahlsender Premiere  eingestiegen, was nach Ansicht von Beobachtern auf ein Interesse an den Übertragungsrechten der Fußball-Bundesliga hindeuten könnte. Deren Neuvergabe steht im Frühjahr an. Mit der Anteilsübernahme gelang Murdoch nach mehreren Anläufen der Wiedereinstieg im deutschen Medienmarkt.

Ein Angebot für Yahoo  plant Murdoch jedoch nicht. "Wir werden definitiv keine Offerte abgeben", sagte der Medienmogul in der Telefonkonferenz. "Wir sind im Moment einfach nicht interessiert." Murdoch hatte 2007 Gespräche über einen Zusammenschluss seiner Internet-Kontaktseite MySpace mit Yahoo geführt, die aber scheiterten.

Am Freitag hatte Microsoft  ein Angebot von knapp 45 Milliarden Dollar zum Kauf von Yahoo vorgelegt. Ob die Übernahme gelingt, ist offen. In Kreisen hieß es am Montag, Yahoo wolle sich lieber mit dem Rivalen Google  verbünden als sich Microsoft anzuschließen. In anderen Kreisen hieß es, nach dem Microsoft-Angebot gebe es wohl weitere Interessenten für Yahoo. Es gebe erste Kontakte mit Medien-, Technologie- und Telekommunikationsunternehmen sowie Finanzinvestoren. Es sei aber nicht absehbar, ob jemand eine Gegenangebot vorbereite.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und reuters

Verwandte Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.