IBM Deutschland Ein Konzern, ein Name

Grund zur Klage hat der Computerkonzern IBM zurzeit eigentlich nicht. Dank des günstigen Dollar-Kurses konnten Umsatz und Gewinn in den vergangenen Quartalen gesteigert werden. Um künftig aber noch effizienter arbeiten zu können, stellt sich der Konzern nun in Deutschland neu auf. Ein Stellenabbau ist nicht geplant.

Frankfurt am Main – Von Juli an werden die 20 Gesellschaften im Bundesgebiet einheitlich den Unternehmensnamen IBM Deutschland tragen und nur noch einen speziellen Firmenzusatz bekommen, teilte der Vorsitzende der Geschäftsführung, Martin Jetter, mit. Außerdem werden die Gesellschaften in vier Kernbereiche eingeteilt.

"Wir wollen mit dieser Neuausrichtung eine größere Klarheit im Unternehmensverbund schaffen und effizienter werden", erklärte der deutsche Statthalter des US-Konzerns. "Ein Restrukturierungsprogramm ist das aber nicht, Arbeitsplätze sollen nicht abgebaut werden." IBM  plane auch nicht die Verlagerung von Jobs. Mit dem neuen Modell ist die deutsche Tochter nach Angaben von Jetter Vorreiter im IBM-Konzern. Sollte sich das Konzept bewähren, sollen auch andere Landesgesellschaften folgen. Bislang wurde der Name IBM bei Töchtern nicht durchgängig benutzt.

Die Gewerkschaft Verdi forderte wegen der geplanten Neuausrichtung schnelle Tarifverhandlungen für die Beschäftigten. "Wenn der Konzern den Kunden künftig mit dem Slogan 'One IBM' als Unternehmen aus einem Guss präsentiert werden soll, dann müssen jetzt einheitliche Arbeits- und Entlohnungsbedingungen geschaffen werden", sagte der Gewerkschafter Rolf Schmidt. In der Vergangenheit habe die Geschäftsführung bei den Tarif- und Arbeitsverträgen Differenzierungen zulasten der Beschäftigten vorgenommen. Mit dem neuen Geschäftsmodell falle die Begründung dafür nun weg, betonte Schmidt.

Bisher keine Reaktion auf Verdi-Forderung

IBM wollte sich zu der Verdi-Forderung nicht äußern. Die zuständigen Stellen im Unternehmensverbund würden derzeit über die Pläne informiert. In diesem laufenden Prozess gebe es keine Kommentierung.

Die Gewerkschaft hatte im Herbst nach zähen Verhandlungen erreicht, dass die 21.000 deutschen Beschäftigen des Computerkonzerns rückwirkend vom 1. Juni 2007 an 3,4 Prozent mehr Gehalt erhalten.

Dazu kommt eine Einmalzahlung in Höhe von 200 Euro. Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von zwölf Monaten. IBM ist bundesweit an rund 40 Standorten vertreten. Es gibt 20 Gesellschaften in dem Unternehmensverbund.

Deutschland-Chef Jetter war bei seinem Amtsantritt im November 2006 mit dem Ziel angetreten, IBM massiv umzubauen und dabei Geschäftsbereiche zu bündeln. Unter seiner Regie wurde auch der Umzug des deutschen IBM-Hauptsitzes vom Stuttgarter Stadtteil Vaihingen nach Ehningen (Kreis Böblingen) beschlossen. Der Neubau soll im Herbst 2009 bezugsfertig sein.

manager-magazin.de mit Material von dpa, dpa-afx und reuters

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