Internetstörung Kabelschaden legt Nahost-Verbindung lahm

Beschädigte Unterseekabel legen den internationalen Datenverkehr lahm. In Indien kommt es zu massiven Verzögerungen, in Ägypten fielen etwa 70 Prozent des Netzes aus. Auch arabische Länder sind betroffen.

Kairo - Nach der Beschädigung von zwei Datenkabeln vor der ägyptischen Mittelmeerküste ist es im Nahen Osten sowie in Indien zu erheblichen Störungen der Internetverbindung gekommen. Die Reparatur wird nach Angaben der Behörden eine Woche oder länger dauern. Die als Backbones bezeichneten Kabel verlaufen unter Wasser und bilden eine Verbindung zwischen Europa und Asien. Über die Kabel werden Internet- und Telefondaten übertragen.

Kommunikationstechniker versuchten, den Ausfall mit Hilfe von anderen Kabeln und Satelliten zu überbrücken. Nach unbestätigten Berichten wurden die Unterseekabel nördlich von Alexandria von einem Schiffsanker beschädigt. Betroffen waren Ägypten, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwait, Katar und Bahrain sowie Indien.

Die Verbindungen zu Israel blieben intakt, weil dieses Land über ein anderes Unterseekabel ans Internet angeschlossen ist; in Ägypten sind nach Angaben des dortigen Telekommunikationsministerium 70 Prozent des Netzes ausgefallen.

In der aufstrebenden Wirtschaftsmacht Indien fiel etwa die Hälfte der sonst verfügbaren Bandbreite aus. Zahlreiche große Konzerne in Europa und den USA haben wichtige IT- und Softwaredienstleistungen an indische Outsourcinganbieter wie Wipro ausgelagert und sind auf eine stabile Datenverbindung mit Indien angewiesen.

Der Präsident der Vereinigung von Internet-Serviceprovidern in Indien, Rajesh Chharia, teilte mit, es komme im Datenverkehr mit Indien zu massiven Verzögerungen. Einige Unternehmen hätten begonnen, ihre Internetverbindungen mit den USA über die Pazifik-Route umzuleiten.

manager-magazin.de mit Material von dpa und ap

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.