Briefdienst Pin Group meldet Insolvenz an

Aus für die grüne Post: Die Pin Group hat einem Magazinbericht zufolge Insolvenz angemeldet. Denselben Schritt mussten zuvor schon die meisten regionalen Tochtergesellschaften gehen.

Hamburg - Die Luxemburger Muttergesellschaft des angeschlagenen Postdienstleisters Pin Group hat beim Amtsgericht in Köln Insolvenz angemeldet. "Der Antrag ist in der Tat gestellt worden", sagte ein Pin-Sprecher am Samstag und bestätigte damit einen Bericht des Nachrichtenmagazins DER SPIEGEL. Das Amtsgericht habe jedoch noch nicht entschieden, ob der Antrag angenommen werde. In der vergangenen Woche waren bereits 19 weitere Regionalgesellschaften in die Insolvenz gegangen.

"Der Hintergrund ist, dass ein Gläubiger nicht bereit war, eine Stundungsvereinbarung zu unterzeichnen", sagte der Sprecher am Samstag weiter. Es solle aber weiterhin versucht werden, die Gesamtgruppe zu sanieren. Laut SPIEGEL war ein Berliner Pin-Aktionär nicht bereit, eine Forderung von rund 1,5 Millionen Euro gegenüber der Muttergesellschaft zu stunden. Um die Holding bis in den Februar am Leben zu halten und einen Käufer suchen zu können, wären aus Sicht der Sanierer insgesamt rund zehn Millionen Euro nötig gewesen.

Vor allem der Hauptaktionär, der Axel-Springer-Verlag, hat sich auf einer Gesellschafterversammlung am 15. Januar erneut geweigert, weiteres Geld zuzuschießen, da ein Käufer nach Meinung des Verlags nicht in Sicht sei.

Durch die Insolvenz haben die bisherigen Pin-Gesellschafter, neben Springer nun unter anderem der Verlag Holtzbrinck und die WAZ-Gruppe, nun keinen Einfluss mehr auf einen möglichen Verkauf. Zwar suchen die Pin-Sanierer Horst Piepenburg und Hans-Joachim Ziems weiter nach einem Interessenten für eine Komplettübernahme, berichtet das Magazin weiter. Sollte sich bis Mitte Februar jedoch kein Einzelinvestor finden, würden die regionalen Pin-Gesellschaften einzeln veräußert werden.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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