Milliardendeal HP schlägt T-Systems

Wieder einmal hat die Telekom-Tochter T-Systems das Nachsehen. Einer ihrer größten Kunden, die Deutsche Post, will einen Outsourcingauftrag in Höhe von vier Milliarden Euro an Hewlett-Packard vergeben. Die fehlende internationale Aufstellung wurde dem IT-Dienstleister zum Verhängnis.

Düsseldorf – Schon wieder ein Rückschlag für den gebeutelten IT-Dienstleister T-Systems. Einer seiner größten Kunden, die Deutsche Post , will die Verwaltung der Rechenzentren und des Datenmanagements an Wettbewerber Hewlett-Packard (HP)  auslagern. Die entsprechende Absichtserklärung ist bereits unterzeichnet, bis Mitte des Jahres soll der Vertrag unter Dach und Fach sein.

Rund eine Milliarde Euro will der Bonner Konzern in den kommenden sieben Jahren durch das Outsourcing einsparen. Das Geschäft hat ein Volumen von rund vier Milliarden Euro und ist damit einer der größten Deals der vergangenen Jahre.

Im Zuge der Vereinbarung soll HP rund 2500 Mitarbeiter aus verschiedenen Rechenzentren übernehmen, die sich derzeit unter anderem um Datenmanagement und Netzwerke der Post kümmern. Dabei handelt es sich hauptsächlich um die IT-Standorte in Prag, im US-amerikanischen Scottsdale und im malaysischen Cyberjaya. Auch einige europäische Standorte unter anderem in Italien, Frankreich und Spanien sind betroffen, allerdings mit deutlich weniger Mitarbeitern. "In Deutschland sind davon so gut wie keine Beschäftigten betroffen", sagte eine Sprecherin der Deutsche Post gegenüber manager-magazin.de.

T-Systems, die Geschäftskundensparte der Deutschen Telekom , ist seit Jahren für die Post tätig. Im Zuge der Privatisierung des Postunternehmens übernahm die Telekom die gesamten Telekommunikations-Dienstleistungen für die Post. Diese wiederum wurde mit der Brief- und Paketzustellung der Telekom beauftragt. Zudem ist Post-Chef Klaus Zumwinkel seit März 2003 Aufsichtsratsvorsitzender der Telekom. So sind die ehemaligen Staatsunternehmen bis heute miteinander verbandelt – zumindest in Deutschland.

Achillesferse von T-Systems

Achillesferse von T-Systems

International gesehen sieht es da schon anders aus. Gerade das weltweite Geschäft ist die Achillesferse von T-Systems, hier kommt die Geschäftskundensparte einfach nicht voran. Momentan liegt der Auslandsanteil am Umsatz nur bei knapp 20 Prozent. Deshalb ist Telekom-Chef René Obermann seit fast einem Jahr auf der Suche nach einem internationalen Partner, der die Auslandsexpansion vorantreibt – bisher allerdings erfolglos.

Viele Namen wurden schon genannt, unter anderem der US-amerikanische IT-Dienstleister EDS (Electronic Data Systems), die Unternehmensberatung Capgemini oder die indische Tata Systems. Doch keine der Firmen traut sich offenbar so richtig an T-Systems heran, schließlich ist der ehemalige Monopolist noch immer schwerfällig, bürokratisch und mit rund 57.000 Mitarbeitern schier überbesetzt.

Die fehlende internationale Erfahrung wurde T-Systems nun zum Verhängnis. "Für Hewlett-Packard sprach besonders die weltweite Aufstellung des Unternehmens sowie unsere bereits 15-jährige gute Zusammenarbeit", so die Post-Sprecherin. Eine langjährige Zusammenarbeit besteht allerdings auch mit der Telekom-Tochter.

T-Systems wollte den Megadeal unter Verweis auf die Vertraulichkeitserklärung zwischen Dienstleister und Anbieter gegenüber manager-magazin.de nicht kommentieren. Immerhin bleibt der Telekom-Tochter noch die IT-Betreuung der Post in Deutschland - noch.