Motorola Das rote Jahr 2007

Der US-Telekomausrüster Motorola leidet weiter unter seiner Handysparte. Der Absatz von Mobiltelefonen sank im Schlussquartal 2007 um 50 Prozent, der Konzerngewinn um 80 Prozent. Insgesamt muss das Unternehmen für das Jahr 2007 rote Zahlen verbuchen.

Schaumburg - Der Gewinn sei im Schlussquartal von 623 Millionen auf 100 Millionen Dollar gefallen, wie Motorola  am Mittwoch mitteilte. Der Umsatz brach von zwölf Milliarden auf zehn Milliarden Dollar ein. Der Telekomausrüster begründete den Rückgang mit der Schwäche seines Mobilfunkbereichs.

Bereits in den Vorquartalen hatte die Handysparte das Geschäft belastet. Die Mobilfunkpalette des US-Konzerns hat im Vergleich zur Konkurrenz an Attraktivität verloren, was zu dem massiven Einbruch führte.

Für sehr erfolgreiche frühere Handymodelle fand der Hersteller keine zugkräftigen Nachfolger. Auch technisch hate Motorola Probleme, mit den Wettbewerbern mitzuhalten - ein schwerer Nachteil in Zeiten, da Mobiltelefone zu Multitalenten vom Musikplayer bis zum Navigationsgerät werden.

Im wichtigen Schlussquartal fiel die Handysparte von Motorola weiter hinter der Konkurrenz zurück. Der Absatz sank um rund 50 Prozent auf 40,9 Millionen, was den Geschäftsbereich tief in die roten Zahlen drückte. Die weltweite Nummer zwei, Samsung , kam im gleichen Zeitraum auf 46,3 Millionen, der Branchenvierte Sony Ericsson auf 30,8 Millionen verkaufte Mobiltelefone. Marktführer Nokia  will am Donnerstag seine Bilanz für das Schlussquartal vorlegen.

Aktie bricht vorbörslich ein

Unter dem Strich stand bei Motorola für das gesamte vergangene Jahr ein Verlust von 49 Millionen Dollar. 2006 hatte der Konzern noch einen Gewinn von 3,7 Milliarden Dollar erzielt. Der Umsatz fiel um rund 15 Prozent auf 36,6 Milliarden Dollar.

Mit einem Sparprogramm, das den Abbau von Arbeitsplätzen umfasst, will Vorstandschef Greg Brown Motorola auf die Erfolgsspur zurückführen. Das Unternehmen arbeite hart an einer Senkung der Kosten, was aber zu Belastungen im vierten Quartal geführt habe, sagte er.

Der als aggressiver Investor bekannte US-Milliardär Carl Icahn hatte wiederholt eine Aufspaltung des Unternehmens und einen Sitz im Verwaltungsrat für sich gefordert. Icahn ist mit einigen Prozent an Motorola beteiligt.

Die Anleger reagierten mit starken Aktienverkäufen. Der Motorola-Kurs sank vorbörslich um rund 7,5 Prozent auf etwa 11,40 Dollar.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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