Anbieterwechsel Telekom unter Druck

Die Telekom muss auf Druck der Wettbewerber Engpässe bei der Freischaltung neuer DSL-Anschlüsse beseitigen. Das sieht ein Standardvertrag vor, den die Bundesnetzagentur erlassen hat.

Bonn - Mit der Neuregelung will die Bundesnetzagentur den Auftragsstau bei der Freischaltung neuer DSL-Anschlüsse beseitigen. Sie stimmte einer Neuregelung für die Vermietung der sogenannte Teilnehmeranschlussleitung (TAL) an die Telekom-Konkurrenten zu, wie die Behörde mitteilte. Die TAL, auch "letzte Meile" genannt, wird von der Deutschen Telekom  gestellt und ist der direkte Zugang zum Kunden.

Aufgrund der hohen Nachfrage nach DSL-Anschlüssen kam es bei der Telekom zu massiven Verzögerungen, was auch mit der bisherigen Regelung zusammenhing. Die Telekom muss nun mit bis zu einer Million deutlich mehr DSL-Zugänge im Quartal für die Konkurrenten bereitstellen als bisher. Sollten die Vorgaben nicht erfüllt werden, dann erhalten die betroffenen Konkurrenten von der Telekom knapp vier Euro pro Tag und Anschluss. Im Gegenzug steht der Telekom eine Entschädigung zu, sollten die Wettbewerber ihren zuvor beantragten TAL-Bedarf nicht abrufen.

In diesem Jahr steigt die Zahl der DSL-Neukunden um über vier Millionen und damit auf einen neuen Höchststand. Unternehmen wie Arcor, Telefonica  und Versatel  verfügen zwar über ein eigenes Netz, sind aber beim direkten Zugang zum Kunden auf die Telekom angewiesen, da der Konzern die Leitungen für die letzten Meter besitzt.

Nach der alten Regelung musste die Telekom nur eine TAL-Menge bearbeiten, die sich am Bedarf der letzten Monate orientiert. Da die Nachfrage schneller als die vereinbarten Quoten stieg, blieben viele Aufträge unbearbeitet. Der Branchenverband VATM, in dem die Telekom-Konkurrenten zusammengeschlossen sind, spricht von mehr als 100.000 unbearbeiteten Aufträgen. Die Telekom-Konkurrenten Arcor und Telefonica hatten sich bei der Netzagentur beschwert, weil der Ex-Monopolist die Fristen nicht einhalte.

Verbände und Telekom begrüßten die Neuregelung. "Das sind gute Nachrichten für die über 100.000 DSL-Kunden, die derzeit in der Telekom-Warteschleife hängen", sagte VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner. Die Telekom will die Änderungen prüfen. "Positiv werten wir aber, dass auch die Wettbewerber durch Vertragsstrafen zu einer besseren Einhaltung der Planung verpflichtet werden", sagte ein Konzernsprecher.

manager-magazin.de mit Material von dpa und ddp

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