Bertelsmann RTL-Pläne gestoppt

Der Bertelsmann-Konzern legt das erwogene Angebot für eine Komplettübernahme der TV-Tochter RTL auf Eis. Grund seien Unklarheiten in der luxemburgischen Gesetzgebung. Es fehle eine verlässliche rechtliche Grundlage, um die Beteiligung auf 100 Prozent aufstocken zu können.

Gütersloh - Der Medienkonzern Bertelsmann will Europas größten Fernsehkonzern RTL nun doch nicht vollständig übernehmen. Wegen bestehender Unklarheiten in der Luxemburger Gesetzgebung zu öffentlichen Übernahmeangeboten verfolge Bertelsmann seine Pläne gegenwärtig nicht weiter, teilte das Unternehmen mit. Bertelsmann gehören bereits 89,9 Prozent der RTL-Anteile.

Am 4. Dezember hatte der Konzern verbreitet, man überlege, auch die restlichen Anteile an der Luxemburger Fernsehgruppe zu erwerben. Jetzt erklärte die Bertelsmann AG, zu diesem Zeitpunkt habe Bertelsmann die zur Verfügung stehenden Möglichkeiten, die RTL Group von der Börse zu nehmen, noch nicht abschließend geprüft gehabt.

"Bertelsmann ist nunmehr zu dem Ergebnis gelangt, dass zum jetzigen Zeitpunkt keine ausreichende Gewähr dafür besteht, dass das Luxemburger Übernahmegesetz (einschließlich des sogenannten Squeeze-Out-Rechts) im Erfolgsfall auf ein Angebot von Bertelsmann Anwendung finden würde", hieß es in der Pressemitteilung.

Da es insoweit an einer verlässlichen rechtlichen Grundlage für Bertelsmann fehle, seine Beteiligung an der RTL Group auf 100 Prozent aufzustocken, habe sich das Unternehmen nun entschieden, seine Pläne für das zuletzt in Erwägung gezogene Angebot nicht weiter zu verfolgen.

Man behalte sich aber das Recht vor, die Beteiligung an der RTL Group weiter zu erhöhen "und darüber hinaus alle gegenwärtig bestehenden oder sich künftig abzeichnenden Möglichkeiten zu prüfen, um sein strategisches Ziel zu erreichen, die RTL Group von der Börse zu nehmen".

manager-magazin.de mit Material von ap, dpa, reuters