Vivendi 2,1 Milliarden für Neuf Cegetel

Der französische Medienkonzern Vivendi baut seinen Anteil an Neuf Cegetel auf 70 Prozent aus. Die Übernahme der Telefongesellschaft lässt sich das Unternehmen eine Milliardensumme kosten.

Paris - Der französische Telekom- und Medienkonzern Vivendi  übernimmt für rund 2,1 Milliarden Euro die Telefongesellschaft Neuf Cegetel. Die Mobilfunktochter SFR werde knapp 30 Prozent der Neuf-Aktien vom Handelshaus Louis Dreyfus kaufen, teilte Vivendi am Donnerstag mit. Dadurch baue die Firma ihren Neuf-Anteil auf 70 Prozent aus. Beide Seiten hätten sich auf einen Preis von 34,50 Euro je Aktie geeinigt.

Auch mit dem zweiten Neuf-Großaktionär, dem britischen Mobilfunkkonzern Vodafone , habe SFR eine Einigung erzielen können, sagte Vivendi-Chef Jean-Bernard Levy in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. Er zeigte sich daher zuversichtlich, bald 100 Prozent der Neuf-Anteile in den Händen zu halten. So sollten den wenigen Minderheitsaktionären 36,50 Euro je Aktie geboten werden. Damit habe Vivendi sein Ziel erreicht, Neuf Cegetel komplett zu übernehmen und einzugliedern, erklärte Levy.

Durch das Geschäft baut SFR vor allem sein Netz mit schnellen Glasfaserleitungen aus. Die Pläne könnten jedoch auf Argwohn bei den Wettbewerbshütern der EU-Kommission stoßen.

Der Markt reagierte verhalten auf die Mitteilung: Neuf-Aktien verloren in Paris 3,5 Prozent auf 35,48 Euro, während Vivendi-Aktien um 0,6 Prozent zulegten. In London tendierten Vodafone-Papiere 1,3 Prozent fester.

Vivendi kontrolliert das französische Mobilfunkunternehmen SFR über einen Mehrheitsanteil von 56 Prozent, Vodafone hält die restlichen 44 Prozent. Nach den Worten von Levy strebt Vivendi auch hier eine komplette Übernahme an. Einzelheiten hierzu nannte der Manager jedoch nicht.

manager-magazin.de mit Material von reuters