Balda Ex-Premiere-Chef Kofler steigt ein

Der frühere Premiere-Chef Georg Kofler ist beim Handyzulieferer Balda eingestiegen. Das Unternehmen gab außerdem den Verkauf verlustreicher Werke in Europa bekannt.

Bad Oeynhausen - Über seine luxemburgische Beteiligungsgesellschaft S.a.r.l habe er drei Millionen Aktien der Balda AG  erworben, ließ Kofler mitteilen. Nach der Kapitalerhöhung bei Balda, über die der Handyzulieferer einen Bruttoerlös von 68 Millionen Euro erwartet, belaufe sich sein Anteil auf etwa 5,5 Prozent. Der Wert seines Aktienpaketes wurde auf rund 30 Millionen Euro beziffert.

Kofler hatte sich im August überraschend aus der Führungsspitze des Abonnementsenders Premiere  zurückgezogen und im Oktober die Beteiligungsgesellschaft "Gruppe Georg Kofler" gegründet, mit der er sich in den Feldern Erneuerbare Energien, Gesundheit und Sport engagieren will.

Balda produziert unter anderem berührungsempfindliche Bildschirme (Touchscreens) und gilt als Zulieferer des Apple-Handys iPhone. "Ich sehe in den Touch-Displays der neuen Generation einen riesigen Zukunftsmarkt", erklärte Kofler.

Balda selbst gab bekannt, sich künftig stärker auf das gewinnträchtige Geschäft mit Tastbildschirmen zu konzentrieren. Der Handy-Ausrüster trennt sich dazu wie im September angekündigt von seiner europäischen Produktion von Handygehäusen. Die Sparte mit rund 800 Mitarbeitern gehe zum 31. Dezember 2007 an die KS Plastic Solutions GmbH. Der Kaufpreis liege "im Rahmen der Erwartungen", über Details sei Stillschweigen vereinbart worden.

Der Verkauf umfasse die Balda Solutions Deutschland GmbH und die Balda Werkzeugbau GmbH in Bad Oeynhausen sowie die Balda Solutions Hungaria Kft. im ungarischen Veszprém. Zur Zukunft der Beschäftigten der verkauften Sparte konnte Unternehmenssprecher Clas Röhl nichts sagen. "Das liegt in Händen des Erwerbers." Insgesamt hat Balda mehr als 7500 Mitarbeiter.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters

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