Pin/Springer Verhandlungen gehen weiter

Der private Postdienstleisters Pin will noch heute zu einer Lösung kommen, zu welchen Konditionen der Springer-Verlag seine Anteile abgibt. Der Post-Konkurrent dementierte damit Gerüchte, die Rettungsbemühungen seien gescheitert.

Luxemburg - Die Zukunft des angeschlagenen Postdienstleisters Pin ist weiter offen. Ein Sprecher des Verwaltungsrats sagte der Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires am Mittwochmorgen, das Gremium trete jetzt erneut zusammen mit dem Ziel, im Tagesverlauf zu einer Lösung für das Unternehmen zu kommen. Der Sprecher betonte ausdrücklich, es werde weiter verhandelt, und dementierte damit eine Meldung von "Focus online", wonach die Rettungsbemühungen für die Pin Group gescheitert seien.

Falsch sei auch die "Focus"-Information, voraussichtlich solle der Düsseldorfer Experte Horst Piepenburg als vorläufiger Insolvenzverwalter eingesetzt werden. Piepenburg, der auch Unternehmensberater ist, berate die Pin Group seit rund zwei Wochen. Daher könne er nicht als Insolvenzverwalter fungieren, erklärte der Sprecher des Verwaltungsrates.

Das Gremium hatte sich bis Dienstagabend ergebnislos bemüht, eine Lösung für Pin zu finden. Dabei geht es nach einer offiziellen Unternehmensmeldung weiter darum, "ob und zu welchen Konditionen der Axel-Springer-Verlag Anteile abgibt". Springer  hält rund zwei Drittel der Aktien von Pin. Der bisherige Vorstandsvorsitzende und Mitgesellschafter Günter Thiel hatte dem Medienkonzern angeboten, zumindest einen Teil der Springer-Anteile für einen symbolischen Preis zu übernehmen.

Thiel strebt gemeinsam mit dem bisherigen Management eine stabile Mehrheit an dem Luxemburger Unternehmen an, um es weiterzuführen. Dazu will er - ebenfalls nach Angaben aus der vergangenen Woche - aus eigener Tasche einen zweistelligen Millionenbetrag investieren.

Nachdem Thiel gestern zunächst seinen Rücktritt als Pin-Chef bekannt gab und gleichzeitig sein Übernahmeangebot zurückzog, berichtete die "Süddeutsche Zeitung" am Dienstagabend unter Bezug auf das Umfeld der Gesellschafter, Thiel habe sein Angebot überraschend nachgebessert.

Laut "Focus" waren die Gespräche bisher vor allem am Widerstand des Springer-Verlages gescheitert, der sich aus dem Briefgeschäft komplett zurückziehen will. Die übrigen Pin-Gesellschafter, etwa die WAZ-Gruppe, die Verlagsgruppe Rheinische Post und der Madsack-Verlag, hätten Springer aufgefordert, entweder weitere Mittel zur Verfügung zu stellen oder die Anteile an Thiel zu verkaufen.

manager-magazin.de mit Material von ddp

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