Pin Group Wirrungen

Die Zukunft des von der Pleite bedrohten Briefdienstleisters Pin scheint weiter in der Schwebe. Am Morgen machten widersprüchliche Meldungen zum Stand der Verhandlungen die Runde.

Frankfurt am Main – Am Dienstagabend hatte Pin überraschend mitgeteilt, dass die Mehrheitseigner Axel Springer  und die anderen Gesellschafter ihre Beratungen an diesem Mittwoch fortsetzen wollten. Dabei werde mit einem Abschluss der Verhandlungen gerechnet.

Am Morgen meldete "Focus Online" dann, die Rettungsversuche für Pin seien gescheitert. Der Verwaltungsrat habe sich am Dienstag nicht auf ein Konzept für die Fortführung des Unternehmens mit mehr als 9000 Beschäftigten einigen können und seine Sitzung abgebrochen, hieß es.

Auf einer weiteren Sitzung an diesem Mittwoch solle voraussichtlich bereits ein Insolenzverwalter eingesetzt werden, berichtete das Magazin.

In Luxemburg bei Pin erklärte eine Sprecherin am Mittwochmorgen dann: "Die Verhandlungen gehen weiter." Berichte, wonach die Verhandlungen wieder abgebrochen worden seien, konnte die Sprecherin nicht bestätigen: "Davon ist uns nichts bekannt." Unklar blieb dabei, ob der am Dienstag von Thiel mitgeteilte Rücktritt vom Posten des Vorstandschefs nach wie vor gültig sei.

Der "Süddeutschen Zeitung" zufolge hatte Pin-Chef und -Minderheitsgesellschafter Günter Thiel auf der Verwaltungsratssitzung am Dienstag ein verbessertes Übernahmeangebot vorgelegt, nachdem seine bisherigen Vorschläge von Springer als inakzeptabel abgelehnt worden waren. Springer hat Pin den Geldhahn zugedreht, nachdem der Bundestag einen Mindestlohn für Briefträger beschlossen hatte.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters