Festplatte So kommt der PC auf Touren

Zwischen den Jahren haben viele ein bisschen mehr Zeit als sonst. Eine Viertelstunde davon könnten sie nutzen, um ihren PC aufzuräumen. Danach läuft der Rechner wahrscheinlich wieder schneller, und die Aktion schafft mehr Platz für die unter dem Weihnachtsbaum hervorgeholten Spiele.

Hamburg - Wenn freier Speicherplatz auf der Festplatte rar wird, lohnt sich zunächst ein Blick auf die installierte Software. Welche Programme werden überhaupt noch genutzt? Oft finden sich bei genauerem Hinsehen Dopplungen, zum Beispiel Software zur Fotobearbeitung von verschiedenen Herstellern, von der aber nur ein Programm benötigt wird. Allerdings deinstallierten sich nur wenige Programme einwandfrei, warnt Jens Kock, IT-Experte der Volkshochschule (VHS) Hamburg. Herrscht keine akute Platznot auf dem Rechner, kann man auch die unbenötigte Software drauflassen.

Dass Windows-Rechner mit der Zeit langsamer werden, liegt aber auch daran, dass sich viele Programme so installieren, dass sie automatisch beim Hochfahren des Rechners gestartet werden. Sie sind dann zwar im Hintergrund, benötigen aber Arbeitsspeicher. Das Problem lässt sich beheben, indem unter Vista ins Suchfeld und bei XP unter "Start/Ausführen" "msconfig" eingegeben wird. Damit wird das gleichnamige Programm aufgerufen. Unter dem Reiter "Dienste" findet sich die Liste der ohne Nachfrage gestarteten Programme, und hier lässt sich der Autostart auch deaktivieren.

Es ist jedoch nicht ratsam, wahllos alle aufgeführten Programme aus der Autostart-Liste zu nehmen. Von Virenscannern und anderen Sicherheitsprogrammen sollten Anwender besser die Finger lassen, rät Axel Vahldiek von der Zeitschrift "C't". Oft fänden sich in der Autostart-Liste Programme von Grafikkartenherstellern. Dabei handelt es sich laut Vahldiek allerdings nicht um die benötigten Treiber selbst, sondern um die Installationsprogramme für diese Treiber. Wer die entsprechenden Treiber bereits eingerichtet hat und mit der Arbeit seiner Grafikkarte zufrieden ist, könne daher auch diese Programme aus dem Systemstart-Menü entfernen.

Ist der PC mit der Zeit lahm geworden, kann auch das sogenannte Defragmentieren der Festplatte dem Rechner zu neuem Schwung verhelfen. Diese Funktion findet sich in Windows XP unter Programme/ Zubehör/Systemprogramme. Durch das Defragmentieren werden eigentlich zusammenhängende Daten, die in verschiedenen Bereichen gespeichert wurden, wieder zusammengefügt. Bei Bedarf kann der Rechner auf diese Informationen schneller wieder zugreifen.

Datenmüll im Browser löschen

Datenmüll im Browser löschen

Datenmüll entsteht vor allem, wenn häufig Programme installiert und wieder deinstalliert werden: Bei jeder Installation nimmt die Software einen Eintrag in der Registrierungsdatei, der sogenannten Registry, vor. Diese Datei wird bei jedem Rechnerstart abgefragt. Nicht immer werden die Registry-Einträge mit der Deinstallation des Programms vollständig entfernt. So wächst die Registry und verzögert den Start des Rechners. Allerdings sollten Otto-Normal-Anwender die Registry in Ruhe lassen. "Da muss man fürchterlich aufpassen", sagt Kock von der VHS Hamburg. Wer an der Registry herumdoktert, riskiert irreparablen Schaden am System.

Beim Starten eines Programms entstehen temporäre Dateien, die das Programm im Verzeichnis C:\WINDOWS\TEMP ablegt. Häufig bleiben temporäre Dateien jedoch auch nach Beendigung des Programms stehen. Diese Artefakte lassen sich Vahldiek zufolge quasi auf Knopfdruck entfernen: Ein Rechtsklick auf das jeweilige Laufwerksymbol - und unter "Eigenschaften" wird die Funktion "Bereinigen" angeboten.

Um Daten unwiederbringlich zu löschen, muss man sich etwas mehr Mühe geben. Wer sich einigermaßen mit Computern auskennt, kann auch scheinbar gelöschte Dateien wiederherstellen, erläutert das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Um richtig zu löschen, müsse die Datei, der Ordner oder die Partition durch Überschreiben auch physikalisch von der Festplatte entfernt werden. "Ein Verschieben in den bei modernen Betriebssystemen bekannten Papierkorb mit anschließendem Entleeren reicht an dieser Stelle nicht aus."

Auch das Formatieren der Festplatte löscht nicht wirklich die darauf enthaltenen Daten. "Man muss sich das wie in einem Lagerhaus vorstellen", erklärt Vahldiek. "Gelöscht wird nur das Journal, mit dessen Hilfe die Ware zu finden ist." Nur ein Überschreiben der entsprechenden Bereiche lässt die dort vorher gespeicherten Daten verschwinden. Kommt der PC irgendwann selbst auf den Müll, ist es am sichersten, der Besitzer zerstört die Festplatte.

Sven Appel, dpa