IBM Supercomputer auf einem Chip

Einen Durchbruch haben die Chip-Forscher von IBM verkündet. In Zukunft könnten Supercomputer, die schnell große Datenmengen verarbeiten, auf Laptop-Größe schrumpfen. Die Lösung: Lichtimpulse ersetzen Kabel.

New York - IBM-Forscher haben nach eigenen Angaben einen Durchbruch in der Konstruktion von Prozessoren erzielt, der in der Zukunft Supercomputer auf die Größe von Laptops schrumpfen lassen könnte. Der Schüssel sei der Einsatz von Lichtimpulsen anstelle elektrischer Signale, um die einzelnen Rechenkerne eines Chips miteinander zu verbinden, erläuterte IBM am Donnerstag.

Dadurch könnten tausende Kerne auf einem Chip untergebracht werden. Heutiger Stand der Technik ist zum Beispiel der von IBM  mitentwickelte Cell-Prozessor in der PlayStation 3. Er hat neun Rechenkerne, verbraucht viel Strom und muss ausgiebig gekühlt werden.

Künftige "Supercomputer auf einem Chip" würden dagegen nur so viel Energie wie eine Glühbirne verbrauchen, verspricht IBM. Mit Licht könnten Daten zwischen den einzelnen Rechenkernen 100-mal schneller ausgetauscht werden und zugleich mit zehnmal weniger Stromverbrauch.

Bei der Technik werden Lichtsignale durch Halbleiter geschickt, elektrische Verbindungen entfallen. Gebraucht werden allerdings sogenannte Modulatoren, die elektrische Signale in blinkendes Laserlicht umsetzen. IBM sei es nun gelungen, Modulatoren zu bauen, die 100 bis 1000-mal kleiner seien als bisher vorgestellte Exemplare, hieß es.

Der leitende Forscher des IBM-Projekts, Will Green, verglich die Bedeutung der Entwicklung mit der Rolle, die Glasfasernetze bei der Verbreitung des Internets gespielt haben. "Wir stehen aber noch vor vielen Herausforderungen", räumte Green ein. Kommerzielle Anwendungen seien erst in 10 bis 15 Jahren zu erwarten. Auch außerhalb von Rechenzentren sei dann die Verarbeitung großer Datenmengen möglich. Beispielsweise könnten hochaufgelöste dreidimensionale Bilder in Echtzeit bearbeitet werden.

IBM ist Marktführer für Supercomputer, die beispielsweise in der Quantenphysik oder für Wettervorhersagen eingesetzt werden. Auch andere Unternehmen der Branche forschen in diese Richtung. Die Arbeit bei IBM war teilweise von der US-Militärforschungsagentur Darpa unterstützt worden.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.