Vodafone-D2-Chef "Der Boden ist erreicht"

Während die Konkurrenz noch über den rapiden Preisverfall in der Mobilfunkbranche klagt, blickt Friedrich Joussen schon optimistisch in die Zukunft. Der Chef von Vodafone D2 sieht die Branche nach zwei Jahren Umsatzschwund endlich wieder im Aufwind.

Düsseldorf - "Ich glaube, dass das Wachstum nicht mehr weit weg ist", sagte Friedrich Joussen, Chef von Vodafone D2, auf einer Veranstaltung. Treiber werde dabei vor allem das mobile Internet sein. Die Nummer zwei im deutschen Mobilfunkmarkt hat in den vergangenen Jahren ihr Mobilfunknetz für schnelle Datenübertragungen aufgerüstet und erzielt mittlerweile rund 11 Prozent der Umsätze mit Daten.

Zufrieden äußerte sich Joussen über den Verlauf des Schlussquartals: "Das Weihnachtsgeschäft wird sehr gut laufen." Wahrscheinlich werde es in Bezug auf die Anzahl der Neukunden das beste Geschäft seit 2000. "Wie die Umsätze werden, müssen wir noch sehen."

Mit dem Verfall der Handytarife sind die Umsätze der Mobilfunkanbieter unter Druck geraten. Von den vier Netzbetreibern konnte in diesem Jahr bislang nur das Düsseldorfer Unternehmen E-Plus Zuwächse verzeichnen, das von Ablegermarken wie Simyo oder Base getragen wurde. Bei Billiganbietern wie Blau.de oder Congstar kostet die Minute nun zehn Cent und damit deutlich weniger als noch vor zwei Jahren. "Die Preise haben nun ihren Boden gefunden", sagte Joussen. Es sei nicht mehr mit wesentlichen Veränderungen zu rechnen.

Regulierung wird schwächer

Belastend auf die Umsätze wirkten sich auch regulatorische Eingriffe aus. So verordnete die Europäische Kommission Preissenkungen für Auslandstelefonate und die Bundesnetzagentur beschnitt die sogenannten Terminierungsentgelte. Diese erhalten die Unternehmen für Anrufe in ihr Netz, sie stellen eine wichtige Einnahmequelle dar. Die in der vergangenen Woche bekannt gegeben Einschnitte bei den Entgelten fallen mit rund 10 Prozent deutlich niedriger aus als in den Vorjahren. "Die Regulierung wird uns nun nicht mehr so treffen", sagte Joussen.

Angesichts neuer Geschäftsmodelle wie dem iPhone von Apple  oder den geplanten Einstieg von Google (Kurswerte anzeigen) in das Mobilfunkgeschäft sieht Joussen die Branche in einer Umbruchphase. Es würden neue Spieler auf den Markt drängen, sagte er. "Der Markt kommt in Bewegung." Er verwies auf das iPhone, das vom Rivalen T-Mobile in Deutschland vertrieben wird. Die Deutsche Telekom  beteiligt Apple im Gegenzug für die Exklusivrechte an den Umsätzen, angeblich bekommt der US-Konzern rund ein Drittel der mit dem iPhone erzielten Erlöse.

Joussen verteidigte das juristische Vorgehen gegen die Kooperation. "Ich wollte Klarheit, ob das Geschäftsmodell so in Ordnung ist." Das Hamburger Landgericht hatte zuvor eine Einstweilige Verfügung von Vodafone verworfen, mit der das Unternehmen einen freien Verkauf des Apple-Geräts erzwingen wollte. T-Mobile verkauft das iPhone nur in Verbindung mit einem Zweijahresvertrag und einer Sperre, die eine Nutzung in anderen Netzen verhindert.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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