Notebook-Test Schwache Leistung

Arbeiten, wann und wo man will - dafür sind Notebooks eigentlich einst geschaffen worden. Eine Untersuchung der Stiftung Warentest zeigt allerdings, dass die Mehrheit der Rechner mit ihrer kurzen Akkulaufzeit alles andere als mobil macht.

Berlin - "Der Akku ist fast leer", die Warnmeldung poppt nun schon zum dritten Mal auf und lässt sich kaum noch ignorieren. Das Spiel geht in die siebzigste Minute. Podolsky kommt gerade über links, aber die Übertragung stockt. Das Notebook piept. Der Bildschirm friert ein: Wieder die Warnmeldung. Die nächste Steckdose ist noch Stunden entfernt. Podolsky passt nach innen, doch in diesem Moment schaltet das Notebook ab. Nach 71 Minuten DVB-T-Empfang und einigen E-Mails ist der Akku am Ende.

Insgesamt 14 Notebooks hat die Stiftung Warentest getestet. Nur eins macht halbwegs mobil. Das Apple Mac Book Pro. Laufzeit mit einer Akkuladung: knapp drei Stunden. Auch bei intensiver Nutzung. Das ist EM-tauglich. Die anderen Notebooks im Test sind zwar oft schnell und leistungsstark, aber kaum noch mobil.

Regelrecht gekniffen sind mobile Fußballfreunde und Workaholics mit dem Fujitsu Siemens Amilo Xi2528 für 1410 Euro. Hier macht der Akku nach nur 60 Minuten die Grätsche. Selbst bei weniger rechenintensiven Anwendungen hält er nur 20 Minuten länger. In Punkto Mobilität bestenfalls Kreisklasse. Obendrein braucht das Amilo fast 4,5 Stunden, um seine Speicherzellen wieder aufzuladen. Das Urteil: mangelhaft für den Akkubetrieb.

Ist eine Steckdose in Reichweite, macht das 3,8 Kilo schwere Fujitsu Siemens Amilo dagegen ordentlich Dampf. Beste Rechenleistung im Test. Sehr gut für Actionspiele. Dazu eine große Doppel-Festplatte mit zweimal 160 Gigabyte, ein 17-Zoll-Bildschirm im Breitbildformat (Bilddiagonale: 43 Zentimeter) und das Softwarepaket Microsoft Works. Problematisch ist allerdings das Display: Es glänzt, spiegelt und reagiert ziemlich träge. Das ist wiederum ein Manko für schnelle Spiele. Fazit: Das Fujitsu Siemens Amilo ist ein schnelles und schweres Notebook für Stubenhocker.

Der Testsieger heißt Apple. Das aktuelle Mac Book Pro hat ein sehr helles, mattes Display, das nicht spiegelt - mit hoher Auflösung, kurzer Reaktionszeit und großem Blickwinkel. Allerdings nur in 15 Zoll mit einer Bilddiagonale von 39 Zentimetern, ebenfalls als Breitbild.

Das flache, nur 2,4 Kilo leichte Notebook macht tatsächlich mobil: Beste Akkulaufzeit im Test, sehr leise und sehr gute Rechenleistung. Ein Manko ist allerdings, dass das Aufladen des Akkus fast drei Stunden dauert. Deshalb insgesamt nur befriedigend für den Akku. Außerdem ist das Mac Book teuer. Die getestete Version soll stolze 1900 Euro kosten, dabei gehen Modem und TV-Karte noch.

Software auf CD ist Mangelware

HP macht nicht wirklich mobil

Ein guter Allrounder für Zuhause ist das Pavilion Media Center dv9580eg von Hewlett-Packard für etwa 1250 Euro. Das Notebook überzeugt mit einer sehr guten Rechenleistung, einer sehr große Doppel-Festplatte mit zweimal 250 Gigabyte und einen integrierten Lightscribe-Brenner, der CDs und DVDs beschriften kann. Weitere Pluspunkte sind das große 17-Zoll-Display und ein Fingerabdruckscanner, der Fremden den Zugriff auf die Daten verweigert. Die Akkulaufzeit ist mit rund zwei Stunden brauchbar.

So richtig beweglich ist der HP-Benutzer mit dem Pavilion Media Center allerdings nicht. Das Notebook wiegt 3,5 Kilogramm. Auch die Handhabung ist nur befriedigend: HP liefert keine vollständige Installations- oder Recovery-CD, die Dokumentation ist lausig.

Samsung macht es besser. Käufer des R70-Aura-T7300 Despina bekommen ein gut gemachtes Handbuch. Rund 200 Seiten geben Antwort auf alle wichtigen Fragen.

Software auf CD ist Mangelware

Das Samsung-Notebook ist zudem das beste Modell mit 15-Zoll-Monitor im Test. Sehr schnell, spieletauglich, leise, mit großer Festplatte und mit 2,7 Kilo relativ leicht. Der Akku lädt flott, trägt aber nur über 90 Minuten. Die Lautsprecher klingen dünn und es fehlt eine Firewire-Buchse zur schnellen Übertragung von Videosignalen. Insgesamt aber ein passables Notebook für die Arbeit zu Hause.

Wer das Betriebssystem nach einem Absturz wiederherstellen will, ist bei vielen Notebooks auf Fachkenntnisse oder fachkundige Hilfe angewiesen. Besonders umständlich ist die Prozedur bei HP, Sony und Lenovo. Diese Anbieter liefern keine richtige Recovery-CD mit.

Installations-CDs kommen ohnehin aus der Mode. Betriebssytem – meist Windows Vista – und Wiederherstellungsdateien sind vorinstalliert. Eine komplette Version auf CD oder DVD gibt es nicht mehr. Auch ein Trend – wie die kurze Akkulaufzeit – aber kein guter. Immerhin lässt sich hier etwas tun: Beachten Sie die Tipps und brennen Sie gleich nach dem Auspacken des Notebooks eine Sicherungs-CD.

Überblick: Die Notebooks im Test Ratgeber: Was Sie beim Notebook-Kauf beachten sollten

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