Dell Gewinn hoch, Prognosen runter

Der PC-Hersteller Dell hat seinen Gewinn im dritten Quartal zwar erheblich gesteigert. Vom verhaltenen Ausblick zeigen sich die Anleger jedoch enttäuscht. Der Kurs fiel vorbörslich um knapp 10 Prozent.

San Francisco - Steigende Kosten drückten bereits im dritten Geschäftsquartal auf die Gewinnmargen und drohten auch künftige Ergebnisse zu belasten, teilte Dell  am Donnerstag nach US-Börsenschluss mit.

Dell-Papiere begaben sich im vorbörslichen US-Handel am Freitag auf eine rasante Talfahrt und verloren um 9,55 Prozent auf 25,45 Dollar. Vom Gewinn, den Dell um 27 Prozent auf 766 Millionen Dollar steigern konnte, zeigten sich Analysten unbeeindruckt. Die Nachfrage sei ziemlich gut gewesen, sagte Konzernchef und -gründer Michael Dell nach Vorlage der Zahlen. Es sei aber eine vorsichtige Zurückhaltung bei einigen Kunden aus der Finanzbranche zu erkennen.

Dell macht etwa 85 Prozent seines Umsatzes mit dem Verkauf von Rechnern an Geschäftskunden, darunter auch die von der US-Immobilienkrise gebeutelten Banken. Der Umsatz stieg um 8,5 Prozent auf 15,65 Milliarden Dollar und übertraf damit leicht die Erwartungen der Experten.

Neben anderen Faktoren wirkte sich der Stellenabbau der im texanischen Round Rock ansässigen Firma negativ aus. So schnellten die operativen Ausgaben um 24 Prozent in die Höhe, die Bruttogewinnspanne fiel auf 18,5 Prozent nach 19,9 Prozent im Vorquartal. Analysten erklärten, die Kostenkontrolle müsse schneller voranschreiten als dies bisher der Fall sei.

Roger Kay von Endpoint Technologies Associates sagte, die Erholung des Konzerns dauere den Experten inzwischen zu lange. "Der Horizont ist außer Sichtweite geraten." Dies mache die Händler nervös. "Wall Street will jetzt Geld sehen." Man habe sich mehr von Dell erhofft.

Trotz der von Michael Dell festgestellten Zurückhaltung im Finanzsektor stieg der Umsatz mit Großrechnern in dem am 2. November abgeschlossenen Geschäftsquartal um 8 Prozent auf 1,6 Milliarden Dollar. Absatzmotor war aber die Laptopsparte, die ihren Umsatz um 19 Prozent auf 4,7 Milliarden Dollar erhöhen konnte. Der Verkauf von traditionellen Computern ging dagegen um 1 Prozent auf 4,8 Milliarden Dollar zurück.

Dell ist auf seinem Heimat- und Hauptmarkt USA einer wachsenden Konkurrenz asiatischer Wettbewerber wie Acer  und Lenovo  ausgesetzt. Um ihnen und dem Großkonkurrenten HP besser Paroli bieten zu können, rückte Dell unlängst von seiner traditionellen Strategie des reinen Direktverkaufs per Telefon oder Internet ab. Dell-Rechner werden in Nordamerika nun auch in Wal-Mart-Supermärkten und in China in Geschäften von Gome Electrical Appliances angeboten. Künftig sollen die Computer in Frankreich, Spanien und Belgien auch bei der französischen Supermarktkette Carrefour  in den Regalen stehen.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und reuters

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