Süddeutscher Verlag Holtzbrinck-Brüder konkurrieren um SZ

Im Ringen um den Süddeutschen Verlag ist ein neuer Mitspieler aufgetaucht. Nach Informationen von manager magazin ist der Stuttgarter Altverleger Dieter von Holtzbrinck an einer Übernahme interessiert. Damit konkurriert er mit seinem Halbbruder, dem Chef der Holtzbrinck-Gruppe, der ebenfalls Interesse signalisierte.
Von Klaus Boldt

Hamburg - Dieter von Holtzbrinck, der frühere Chef der Holtzbrinck-Gruppe ("Zeit", "Handelsblatt", Rowohlt Verlag) und bis 2006 auch deren Mitgesellschafter, will den Süddeutschen Verlag ("Süddeutsche Zeitung") übernehmen oder eine Mehrheit an ihm erwerben. Dies berichtet das manager magazin in seiner neuen Ausgabe, die ab Freitag (23. November) am Kiosk erhältlich ist.

Der 66-Jährige will ein gemeinsames Gebot mit der Investmentbank Goldman Sachs abgeben. Er tritt damit in direkte Konkurrenz zu seinem 22 Jahre jüngeren Halbbruder und Amtsnachfolger Stefan von Holtzbrinck, der sich ebenfalls um eine Übernahme des Süddeutschen Verlags bemüht und dem bislang die größten Erfolgschancen eingeräumt worden waren.

Weitere Kaufinteressenten sind die Verlage DuMont Schauberg ("Kölner Stadt-Anzeiger") und die WAZ-Gruppe ("Westdeutsche Allgemeine") sowie die Beteiligungsfirmen Apax und Veronis Suhler Stevenson.

Die von Credit Suisse geführten Verkaufsverhandlungen werden weiterhin von rechtlichen Unwägbarkeiten belastet. Offiziell haben vier Eignerfamilien des Verlags ihre Anteile in Höhe von insgesamt 62,5 Prozent zum Verkauf gestellt. Die ebenfalls beteiligte Südwestdeutsche Medien Holding ("Stuttgarter Zeitung") wehrt sich gegen den Verkauf und pocht auf ihr Vorkaufsrecht. Der Streit unter den Gesellschaftern beschäftigt mittlerweile die Gerichte.

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