Bertelsmann Gütersloher Gerichtstermine

Die hohen Belastungen aus dem Rechtsstreit um die Musiktauschbörse Napster konnte Bertelsmann auch im dritten Quartal nicht wettmachen. Ganz im Gegenteil: Hinzu kamen Kosten für die Beilegung des Kartellverfahrens gegen den zum Konzern gehörenden Vermarkter, die Gewinn und Umsatz weiter schrumpfen ließen.

Gütersloh - In den ersten neun Monaten dieses Jahres habe der Konzerngewinn mit 132 Millionen Euro um fast zwei Drittel unter dem Vorjahreswert gelegen, teilte Bertelsmann am Mittwoch mit. Der Umsatz sank wegen des Verkaufs des Musikverlages BMG Music Publishing und negativer Wechselkurseffekte um 2 Prozent auf 13,3 Milliarden Euro.

Das operative Ergebnis (Ebit) verbesserte sich um 4,7 Prozent auf gut eine Milliarde Euro. Bereinigt um Firmenverkäufe liege das Plus sogar bei 13,6 Prozent, betonte der Medienkonzern.

Bertelsmann hatte sich außergerichtlich mit Klägern gegen die ehemalige Gratis-Musiktauschbörse Napster geeinigt und dafür im ersten Halbjahr 243 Millionen Euro auf den Tisch gelegt. Eine Sammelklage über mindestens 17 Milliarden Euro wendete der Konzern ab. In das dritte Quartal fiel eine Zahlung von 96 Millionen Euro für die Beilegung eines Kartellverfahrens gegen den zur Bertelsmann-Fernsehtochter RTL gehörenden Werbezeitenvermarkter IP Deutschland.

"Im Gesamtjahr wollen wir unverändert bei Umsatz und operativem Ertrag im Vergleich zum Vorjahr bereinigt um Portfolio- und Wechselkurseffekte zulegen", sagte Finanzvorstand Thomas Rabe. Für 2007 hatte der Vorstand zuletzt in Aussicht gestellt, aus eigener Kraft um mehr als 2 Prozent zu wachsen. Allerdings hatte Rabe dies vom Konsumklima abhängig gemacht sowie vom Tonträgerverkauf, der sich nach dem ersten Halbjahr schlechter als erwartet entwickelt hatte. Die operative Umsatzrendite soll 10 Prozent erreichen.

Mit dem Schuldenabbau kommt Bertelsmann nach eigener Einschätzung planmäßig voran. Für den Rückkauf eigener Anteile von der Groupe Bruxelles Lambert hatte Bertelsmann 4,5 Milliarden Euro bezahlt und sich für das laufende Jahr eine Expansionspause auferlegt. Bis Ende des Jahres will der Konzern die Finanzschulden auf das 2,3-fache des operativen Ergebnisses (Ebitda) senken. Zum Halbjahr lag der Faktor noch bei 2,7.

manager-magazin.de mit Material von ap, dpa und reuters

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