Vodafone Die Mutter glänzt, die Tochter kämpft

Überraschend gute Zahlen aus dem ersten Halbjahr veranlassten Vodafone-Chef Arun Sarin dazu, die Prognose für das gesamte Geschäftsjahr anzuheben. Bei der deutschen Tochter sah es dagegen weniger gut aus: Sowohl beim Gewinn als auch beim Umsatz musste Vodafone D2 Verluste hinnehmen.

Düsseldorf/London - Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) fiel um 8,3 Prozent auf 1,69 Milliarden Euro, wie Vodafone D2 am Dienstag mitteilte. Der Umsatz sank in der ersten Hälfte des laufenden Geschäftsjahres 2007/2008 (bis Ende März) um 5,7 Prozent auf 3,9 Milliarden Euro. Verantwortlich dafür seien neben sinkenden Handytarifen die Auflagen der Regulierungsbehörde, sagte der Chef des zweitgrößten Mobilfunknetzbetreibers in Deutschland, Friedrich Joussen.

Einen kräftigen Schub verbuchten die Düsseldorfer im Neukundengeschäft, die sich damit deutlich von den Konkurrenten absetzten. In den Monaten Juli bis September gewann die Gesellschaft 923.000 neue Nutzer, zum Quartalsende telefonierten damit 32,54 Millionen Menschen über das Netz von Vodafone D2. Der ärgste Konkurrent T-Mobile hatte im abgelaufenen Quartal 142.000 Kunden gewonnen, die kleineren Anbieter E-Plus und O2 Germany zählten 547.000 und 610.000 neue Nutzer.

Die Festnetztochter Arcor nahm im gleichen Zeitraum rund 135.000 neue Kunden unter Vertrag, womit der Wert des Vorquartals leicht übertroffen wurde. Den schnellen Internetzugang von Arcor nutzten Ende September 2,34 Millionen Menschen, womit das Unternehmen hinter der Deutschen Telekom  und United Internet  lag.

"Allmobility wäre insolvent gewesen"

Joussen bekräftigte, dass er anders als die Konkurrenz nicht an eine eigene Zweitmarke denke. Vodafone D2 stellt aber seine Netzkapazitäten zur Verfügung. Die übernommene Firma Allmobility werde unabhängig mit eigener Geschäftsführung geführt, sagte der Vodafone-Deutschland-Chef. "Wir haben Allmobility übernommen, weil die Firma sonst insolvent gewesen wäre", sagte er. Das Unternehmen vertreibt seit 2006 Mobilfunkkarten über die Drogeriekette Schlecker und zählt nach Worten von Joussen 450.000 Kunden.

Der britische Mutterkonzern Vodafone  hat im laufenden Geschäftsjahr von der Expansion in Schwellenländer profitiert. In der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2007/2008 (31. März) erhöhte sich der Umsatz um 9 Prozent auf 17 Milliarden britische Pfund (24,1 Milliarden Euro), wie die Gesellschaft mitteilte. Ohne Akquisitionen lag der Zuwachs bei 4,4 Prozent. Beim bereinigten operativen Gewinn verzeichnete der Konzern ein Plus von 1,6 Prozent auf 5,2 Milliarden Pfund und beim bereinigten Gewinn pro Aktie von 7,4 Prozent auf 6,42 Pence.

Vorstandschef Arun Sarin erhöhte die Prognose für das Gesamtjahr. Demnach soll der Umsatz auf 34,5 bis 35,1 Milliarden Pfund steigen - rund eine Milliarde Pfund mehr als bislang angekündigt. Beim operativen Gewinn stellte Sarin 9,5 bis 9,9 Milliarden Pfund in Aussicht. Zuvor lag die Prognose bei 9,3 bis 9,8 Milliarden Pfund.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und reuters

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